# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S217 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Predigtentwürfe. 217 erzählt. Denn das fällt einem eiligen oder vorurtheilsvollen geneigten Leser vielleicht nicht bei, daß man ein und dieselbe Thatsache von einem Mann erzählen kann, um seine Ehre zu retten, indem man sie entschuldigt, oder um ihm seine Ehre zu nehmen, indem man sich darauf beruft; daß man in verschiedener Absicht und daß verschiedenen Geistes Kinder können Noah’s Trunkenheit erwähnen. Die „lutherische Zeitschrift“ führt Luthers Ausspruch über Cicero an, nachdem sie aus dem großen Katechismus die Stelle, wo er sagt, daß Heiden u. s. w. in ewigem Zorn und Verdammniß bleiben, wenn sie den Herrn Christum nicht haben, citirt hat, und in der Absicht, bemerklich zu machen, daß obwohl Luther so „einmal“ über Tische geredet, seine Worte doch von Zwinglischer Lehre, der seine Hoffnung von der Seligkeit der Heiden auf das Licht der Natur baut, grundverschieden seien, indem er an der Lehre von der allein seligmachenden Gnade festhalte. Allein der Kirchenfreund hat jenen Ausspruch Luthers angeführt, damit Luther doch nicht so streng lutherisch erscheine, wie die sogen. Altlutheraner, sondern wenigstens so lax wie vorgebliche luth. Prediger, die bald mit Reformirten bald mit Lutherischen fraternisiren, wie es sie grade lüstet, oder wie es ihnen ihr Geist eingibt; denn der Kirchenfreund freut sich dieser „Inconsequenz“ oder wie er’s lieber nennt „Freiheit“ Luthers, während „auch ein Lutheraner“ Gott gar dafür dankt; denn nun ist ihnen ganz begreiflich, wie er, Luther, „den Abendmahlsstreit mit solcher Energie aus ganzer Seele führte“, d. h. daß der, großer „Freiheit sich bedienende“ und mitunter „inconsequente“ Luther, es beim Abendmahlsstreit nicht so ernstlich meinte. So hat der Correspondent des „Luth. Herolds“ durch seinen Artikel wenigstens dieses genützt, daß er beweist, daß „Lehre und Wehre“ nicht zu viel gesagt, wenn von mehr als einem Fuchs geredet ist, vor denen die Küchlein allerdings auf ihrer Hut sein sollen; und er wird es uns nicht übel nehmen, wenn wir die Unterschrift „Auch ein Lutheraner“ nach seiner Anleitung verstehen: Auch ein Fuchs. (Eingesandt von Th. Brohm.) „Die Predigtentwürfe.“ Wir freuen uns, die Anzeige machen zu können, daß das erste Heft der kürzlich angekündigten Predigtentwürfe über die Sonn= und Festtagsevangelien aus Dr. Luthers Predigten und Auslegungen, zusammengestellt von E. G. W. Keyl, Pastor der evang.=luth. St. Paulskirche in Baltimore bereits erschienen ist. Es enthält die Entwürfe über die Evangelien vom ersten bis