# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S211 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Prof. Dr. Hengstenbergs Urtheil über den Stand der Union. 211 meiner Fortsetzung der Evangelischen Harmonie gleichfalls vorgekommen sei, dem werde ich dies nicht nur nicht abstreiten, sondern es ihm selbst, willig einstimmend, zugestehen.“ Anders aber dachten alle andern Theologen. Es würde zu viel Raum nehmen, wollten wir auch nur die Lobsprüche der berühmtesten auf Gerhard's Arbeit anführen. Nur Ein solches Elogium möge hier Platz finden. So schrieb nehmlich 1651 die ganze Wittenbergische theologische Fakultät: „Wieder und immer wieder empfehlen wir dringend dieses Werk als einen alles Gold und Edelgestein an Kostbarkeit übertreffenden Schatz allen Liebhabern des Wortes Gottes und Candidaten der Theologie und des Predigtamtes.“ (Vid. Bibl. Illustr. Calov. N. T. p. 13.) Schließlich machen wir hierbei nicht nur auf die treffende Characterisirung unserer Harmonie aufmerksam, welche unser theurer verehrter Freund und Bruder, Herr Professor Crämer, im März=Heft von „Lehre und Wehre,“ S. 76. 77. bereits gegeben hat, sondern bringen auch nochmals in Erinnerung, daß die monatliche Prediger=Conferenz zu Fort=Wayne eben daran ist, eine: „echt evangelische Auslegung der Sonn- und Festtagsevangelien des Kirchenjahres, übersetzt und ausgezogen aus der Evangelienharmonie der lutherischen Theologen M. Chemnitz, Polyk. Leyser und Joh. Gerhard,“ in zeitweiligen Heften von je 32 Oktavseiten herauszugeben. Kein deutscher Prediger sollte unterlassen, sich dieses Werk anzuschaffen. Neben den so eben im ersten Hefte erschienenen, von Herrn Pastor Keyl in Baltimore aus Luther ausgezogenen „Predigtentwürfen“ kann es kein vortrefflicheres Hülfsmittel zur Vorbereitung auf die Predigten über die evangelischen Pericopen geben, als jene aus unserer Harmonie gezogene „Auslegung.“ (Fortsetzung folgt.) Prof. Dr. Hengstenberg's Urtheil über den Stand der Union. Ein solches Urtheil gibt dieser ohne Zweifel ausgezeichnetste Theolog innerhalb des unirten Kirchenverbandes in Preußen in seinem Vorwort zu Jahrgang 1855 seiner „Evangelischen Kirchen=Zeitung“ ab. So leid es uns nun auch thut, diesen theuren Mann noch immer auf einem Standpunkte zu erblicken, wie er sich in diesem Urtheil ausspricht, so ist dasselbe doch von solcher Beschaffenheit, daß auch ein Lutheraner sich desselben freuen kann. Wir theilen daher in dem Folgenden einen Auszug davon mit; um so lieber, da man hier in Amerika gerade vor allem auf eine s. g. „absorptive Union“ hinarbeitet, gegen welche Hengstenberg namentlich sein Zeugniß ablegt, während die Union, in welcher der Schreiber, von den Banden seines eigenen Herzens festgehalten, selbst schmachtet, den hiesigen Verhältnissen gemäß hier