# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 207 nichts vergeben, sagt in der Dedication, es hätte sich Flacius also erklärt, daß „seine Meinung von friedliebenden Menschen ohne Gefahr der himmlischen Lehre leicht gebilligt und zugelassen werden könne.“ Thaburnus (den Gesnerus unter die beständigsten und aufrichtigsten Lutheraner zählt) schreibt von ihm: „Auch Dr. Matthias (Flacius) bekennt, daß er ein Schüler und Nachfolger Luthers sei und in jenem Bekenntniß beweist er die schuldige Treue und Beständigkeit. Auch mit mir ist er nicht uneinig, wie er denn seine Uebereinstimmung mit Schriften erwiesen hat.“ Meine Meinung stärkt auch nicht wenig, daß der vortreffliche Herr Dr. Fecht in Apparatu ad Ed. Marbach. c. 4. p. 75. solcher (Meinung) einige vornehme Theologos beigethan zu sein versichert, als die der großen Gelehrsamkeit Flacii einen so gräßlichen Irrthum nicht zutrauen können. Ich bitte dabei anzusehen, wie man Lutheri Reden in dem Artikel erklärt v. Gerh. disp. isag. p. 385. disp. 24. Was man Ihm zum besten anführt, findet auch bei Flacii Worten statt, wo man sie nur ein wenig ansehen will. Ach wie gut wäre es doch, wenn man bisweilen nicht allzugenaue Rechenschaft der Worte forderte, und immer so viel möglich zum Besten zu kehren suchte!“ (Unschuld. Nachr. Jahrg. 1706. S. 245—47.) In gleicher Weise spricht sich schon Carpzov in seiner Einleitung in die symbolischen Bücher aus. Er schreibt hier: „Wie Flacius selbst, was ihm einmal in der Hitze der Disputation entfahren war, hernach in verschiedenen Schriften schützen wollte, so ließen es nicht weniger seine Nachtreter an Fleiß fehlen; bei weitem härter, unverschämter und absurder geworden, als ihr Lehrer selbst, dessen Sinn sie nicht genug verstanden, welcher, so er im Anfange seine Redeweise hätte bessern wollen ..., nie so große Unruhen verursacht hätte und mit welchem die Orthodoxen leicht hätten einstimmen können ... In seiner Antwort auf die Epistel Jacob Andreä’s schrieb er bezeichnend: „Wenn ich gewöhnlich sage, daß das Herz selbst, theologisch betrachtet, die Erbsünde sei, so dichtet er mir mit Nicodemus an, daß ich behaupte, das Herz selbst schlechthin und physisch betrachtet, sofern es ein gewisses Fleisch ist, sei die Erbsünde?“ (p. 1160 fg.) Man vergleiche die ganze gründliche Darstellung des Flacianismus an diesem Ort. Was endlich unsere Glossa compendiaria selbst betrifft, so genüge, Ein älteres Zeugniß für dieselbe hier mitzutheilen. So schreibt nehmlich Löscher davon: „Es ist ein vortreffliches Werk in Erforschung des buchstäblichen Sinnes, welches vielen weitläuftigen Commentaren vorzuziehen. Nur zu beklagen, daß nicht auch seine Glossa Veteris Testamenti herausgekommen.“ (Unschuld. Nachr. 1712. S. 76.) Der geehrte Leser wird uns verzeihen, daß wir diese Digression gemacht haben. Wir halten dafür, daß es ein großes Kunststück des Teufels gewesen ist, daß derselbe einen Mann, wie Flacius war, in einen Irrthum gestürzt und ihn damit einen Flecken angehängt hat. Ein jeder kann wohl denken, was der Teufel dabei im Sinne gehabt hat, nehmlich des theuren Mannes sonst so kostbare Schriften mit dem Verdachte aller Rechtgläubigen zu belegen und der Kirche den Nutzen zu rauben, den Gott derselben damit zugedacht hat. Daß dieser höllische Plan