# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S202 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 202 Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. her, als aus ihrem eigenen Zusammenhang der recht verstandenen, mit sich verglichenen und genau überlegten Worte hergeholet werden. Und redet Lobechius *) hievon gar recht, wenn er spricht: „Dies ist der Confession rechter Verstand, den sie aus dem unumstößlichen Grund der heil. Schrift und selbst aus des heil. Geistes Ausspruch her hat und den die Confession selbst mit deutlichen Worten erkläret, den der Buchstabe giebt und dessen Bedeutung zeiget, den auch unserer Vorfahren reine Schriften, besonders des Gottesmannes Lutheri und unserer Kirchen in der Form. Conc. darstellen . . Diejenigen handeln verkehrt, welche uns anrathen wollen, obige Bedingung von Auslegung der symbolischen Bücher nach der Schrift anzunehmen. Denn es muß kein fremder Schriftverstand in die Symbola hineingebracht, sondern der rechte Verstand, der drinnen ist, erstlich heraus gesucht, und hernach, wenn er gefunden worden, nach der Schrift geprüft und, ob er wahr oder irrig, beurtheilt werden.“ (S. 860—863.) Wir könnten noch viele Zeugnisse aus den Schriften unserer rechtgläubigen Theologen anführen, um zu beweisen, daß wir, wenn wir in das Begehr, „unsere guten Bekenntnisse nach Anleitung der Schrift zu verstehen,“ nicht willigen, in den Fußstapfen der alten gottseligen Lehrer unserer Kirche gehen; das Angeführte dürfte jedoch schon hinreichen, dies zu beweisen. Wir erklären aber schließlich, daß wir, durch die Kirchengeschichte belehrt und gewitzigt, in jener Anmuthung nichts als eine Versuchung zur Untreue gegen das von uns beschworene gute Bekenntniß erkennen können. (Schluß folgt.) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. (Fortsetzung.) 5. Nachdem wir in Betreff des exegetischen Faches diejenigen Schriften aufgeführt haben, deren Studium die Befähigung zur eigenen Erforschung des Schriftsinnes zum Zweck hat, schreiten wir nun zur Vorführung derjenigen Werke, welche die Anwendung der Exegetik oder die Resultate der Schriftforschung unserer Theologen enthalten, nehmlich der biblischen Commentare, welche unsere Kirche geliefert hat. a. Was zunächst die Werke betrifft, welche die ganze heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes mit fortlaufenden Erklärungen des Textes enthalten, so sind wir keinen Augenblick in Zweifel bei der Frage, welches Werk wir als das einem lutherischen Pfarrer zunächst nothwendige zu nennen haben; es ist dies nehmlich das sogenannte Weimarische Bibelwerk in Folio, das auch hie und da noch unter folgenden Titeln citirt *) David Lobech war Professor der Theologie zu Rostock und starb daselbst 1603.