# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 06 27_S88 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) und anderen Schriften, auch harten Expressionen gebracht, als da er gesprochen: Beichtstuhl — Satansstuhl, Höllenpfuhl, darüber so vieler Lärmen entstanden; wiewohl aus eben derselben Schrift, da die Worte stehen, das Vorhergehende und Folgende klar genug zeigten, daß damit nicht von der Sache selbst, sondern von dem Mißbrauch geredet werde." (Theolog. Bedenken. II. 143. 144.) Daß dem so sei, ist auch aus andern Schriften Schade's deutlich zu erweisen. Es heißt u. a. in seiner Schrift: „Was fehlt mir noch?" also: „Die Welt ist voller List, sie stiehlt den Predigern die Absolution aus dem Munde." Des Predigers Vergebung ist Gottes Vergebung. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen. Joh. 20. 23. Das bleibt fest stehen. Diese Vergebung ist Gottes Vergebung. Diese Vergebung nährt und gründet sich auf den Glauben." (Siehe Schade's Schriften. I.130. ff.) — Haben also die Methodisten auch nicht die Ehre, die ersten zu sein, welche gegen die von Christo seiner Kirche gegebene Gewalt, auf Erden Sünden zu vergeben, kämpfen, so haben sie doch keinen treuen Diener der rechtgläubigen lutherischen Kirche zu ihrem Vorkämpfer, sondern allein elende Schwarmgeister, offenbare Ketzer (Rottenstifter) und Rationalisten. Von dem innerlichen Triebe zu predigen. (S. Schinmeiers Präservativ wider die Geistliche Kinder-Pest. S. 22. ff.) Statt des nöthigen Berufs (zum Predigtamt) geben viele einen innerlichen Trieb vor, der dazu hinlänglich sei. Zum geistlichen Priesterthum, da ein Christ dem andern erbaulich und besserlich sein soll, ist kein außerordentlicher Beruf nöthig, weil er schon da ist, z. E. 1 Thess. 5, 14. Findet sich einer hierzu vom guten Geist erweckt und getrieben, mag und muß er es thun. Aber die ganze Kirche zu reformiren oder zu dergleichen wichtigem Werke (wie das Predigtamt), dazu gehört allerdings ein Creditiv (eine Beglaubigung) vom HErrn der Erde und Haupt der Kirche. Sonst könnte sich heut oder morgen einer zu großen Dingen aufwerfen und einen Trieb angeben. Weil zweierlei Geister sind, so sind auch zweierlei Triebe und müssen daher wohl geprüft und unterschieden werden. Nicht alle Triebe, die auf gute Sachen fallen, sind deswegen vom heil. Geist. Dort trieb der Versucher den HErrn IEsum in der Wüste an, daß er sollte aus Steinen Brod machen, von der Zinne des Tempels springen ꝛc. zu dem guten Zweck, daß man anerkennen möchte, er sei der wahrhaftige Sohn Gottes. Ohnerachtet nun dies der Zweck aller seiner Wunder war, so folgte er doch diesem Triebe nicht, so gut er auch scheinen mochte. Wir werden daher nicht umsonst gewarnt Mal. 2, 15.: Sehet euch vor vor eurem Geiste. Warum? — Weil er voll falscher Triebe ist, die je gleißender, je gefährlicher zu sein pflegen. Sie wenden dagegen ein: Der Trieb beruhe auf der Liebe zu den Seelen, die nicht zu dem Heilande geführt würden, was nicht den (lutherischen) Predigern, sondern ihnen von Gott gegeben sei; folglich müßten sie dem Triebe folgen, wofern sie sich nicht versündigen wollten. Antwort: Gut; dies muß aber Gott ohne Zweifel mehr jammern, als irgend einen Menschen, denn die Seelen sind sein, nicht unser, so ist er auch vermögender, sie zu seinem Sohne zu führen, als wir, ja, er hat unser dazu nicht absolut nöthig. Will er uns aber dazu brauchen, so wird er uns berufen und dazu tüchtig machen. Manche Gemeine versündigt sich dergestalt an einem treuen Lehrer und dem an sie ergangenen göttlichen Gnadenberuf, daß Gott nach seiner Strafgerechtigkeit kein besseres Mittel findet, als Miethlinge und trügliche Arbeiter. Demohnerachtet weiß der HErr die Seelen solcher Gemeinen, die selig werden wollen, dennoch zu bewahren, daß sie nicht verderben. Findet sich aber ein so großer und geheiligter Trieb im Herzen, die Brüche der Kirche zu heilen und eine Besserung zu stiften, so kann man es in gehöriger Ordnung an seinem Orte (Stand und Beruf) thun, da alle Hände voll zu thun sein werden. Uebrigens steht man in Geduld, bis der HErr selbst sich aufmacht, seine Tenne zu fegen und durch hinlängliche Mittel und ausgerüstete Werkzeuge eine Besserung vorzunehmen. So ruhen wir mit dem Volke Gottes, wenn die Wolkensäule steht; so gehen wir, wie sie aufbricht und vorangeht! Sonst laufen wir eigene Wege und die Triebe sind nicht Triebe des heiligen, sondern unseres eigenen Flattergeistes. Thomas Münzer hatte zur Zeit der Reformation das Verderben des priesterlichen Standes vor Augen. Er fand einen Trieb bei sich, diesem Uebel abzuhelfen und die armen Bauern geistlich und leiblich zu versorgen. Luther warnte ihn, aber er folgte seinem Triebe, den er für göttlich hielt, und wollte reformiren, ohne Beruf, ohne Mittel und Vermögen zu haben. Aber am Ende und Ausgange mußte er mit Schrecken erfahren, daß ihn sein eigener Geist bei der sonst gut scheinenden Sache und Zweck getrieben habe. Prüfung derer, die sich des Geistes rühmen. Es sind mir selbst, schreibt Luther, manche und viele Geister vorgekommen, (auf daß ich hie meine Erfahrung bekenne,) die mich wohl versucht mit großen, trefflichen Worten, mich auf eine andere Bahn zu führen, und zuweilen so scheinbarlich vorgelegt, daß ich schier darob gestutzt, und wo ich mich nicht vorgesehen, auch wohl verführt wäre. Hie habe ich nichts anders können thun, damit ich unbetrogen bliebe und solche Teufelsgespenst verlegte, denn wie auch der Prophet David Ps. 119, 105. lehret: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, und ein Licht auf meinem Wege," daß ich zu diesem Licht gelaufen, so mich lehret, was Gottes Wille ist, und gegen solcher Schwätzer und Rühmer Geisterei gehalten, ob sich's reimet mit einer gewissen Lehre der 10 Gebot und des Glaubens Christi. Wo ich solches nicht gefunden, habe ich sie bald von mir gewiesen und frisch auf die Vermahnung Christi von argen, untüchtigen Früchten geurtheilt und verbannt als einen faulen Baum. Also thu du auch und bleibe nur in der gewissen Probe, alle Lehre zu urtheilen, welche ist Gottes Wort und Gebot, so kannst du nicht irren noch fehlen und aller solcher Geister Rühmen und Vorgeben niederschlagen. Denn Christus mit diesem Spruch, so er sagt, „nicht wer da spricht: HErr, HErr! sondern wer meines Vaters Willen thut," uns weiset und führet allein zu seinem Wort, daß wir wissen, daß das rechte Früchte sind, so nach demselben gehen. (Kirchenpostille am 8. Sonnt. nach Trin.) Bezahlt: 2. Jahrgang, Th. Schieferdecker (2 Ex.) 1. Hälfte des 3. Jahrg., Wesel. Die Hauspostille Luthers, erste amerikanische, ausgezeichnet ausgestattete, Auflage, ist gebunden für $2.00, geheftet für $1.50 zu haben.: Bei Herrn Ludwig und W. Radde in New-York, „ „ C. L. Rademacher, in Philadelphia, Pa. „ Ehrw. C. Spielmann, Columbus, O. „ Herrn Pastor Wynecken, in Baltimore, Md., „ „ Past. Walther in St. Louis, Mo. „ „ Dr. Sihler in Fort Wayne, Ind. „ „ P. Boyer in Buffalo, N. Y. „ „ P. J. George u. Co. in Detroit, Mich. „ „ P. J. George u. Co. in Milwaukee, Wis. Die Kirchenzeitung in Pittsburg und der Lutheran Standard in Columbus, O., werden gebeten, Obiges aufzunehmen. Antiquar-Geschäft. Der Unterzeichnete erlaubt sich hierdurch, Liebhabern älterer lutherischer Erbauungs- und anderer Bücher, die Anzeige zu machen, daß er eine nicht unbedeutende Sammlung von dergleichen Schriften in seinem Lokale zu möglichst billigen Preisen ausgestellt hat. St. Louis, 9. Juni 1846. F. W. Barthel, südliche 2te Straße, No. 52, unmittelbar neben Herrn Tschirpe's Apotheke. Hier können auch die durch den Herausgeber bestellten Exemplare der Hauspostille Luthers in Empfang genommen werden. D. H. Gedruckt bei Weber und Olshausen.