# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S196 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 196 Die Erlanger „Zeitschrift für Protestantismus u. Kirche.“ nicht zugegen gewesen ist, in welchen wir unsere abweichenden Ueberzeugungen allerdings, und zwar wiederholt ausgesprochen haben, so freimüthig, daß uns die Beweise von Gewogenheit wahrhaft beschämend waren, welche wir demunerachtet nach wie vor von Seiten der Herren Professoren genossen. — Die „Zeitschrift“ stellt es ferner darum in Frage, ob die in unserer Synode herrschende Theologie eine „gesunde Theologie“ sei, weil unsere Synode auf das Begehren Herrn Pfarrer Löhe's und mit demselben Gleichgesinnter „unsere guten Bekenntnisse nach Anleitung der Schrift zu verstehen,“ nicht willigen zu können erklärt und den Grundsatz ausgesprochen hat, daß von Lutheranern als solchen vielmehr die Schrift nach dem Symbole auszulegen sei. Hierauf erwidern wir Folgendes. Wenn es in der vorliegenden Kritik der Antwort unserer Synode heißt: „Also mögen Löhe und Wucherer und Andere zusehen, wie sie mit der Missouri=Synode zurecht kommen, wenn sie von einer Fortbildung der symbolischen Erkenntniß auf Grund der heil. Schrift sprechen!“ — so scheint erstlich der Schreiber des Artikels in der betreffenden Erklärung unserer Synode einen Sinn zu finden, dessen Ausdruck dieselbe mit ihren Worten wenigstens nicht beabsichtigt hat. Weit entfernt, anzunehmen, daß der Vollgehalt der göttlichen Offenbarung in unseren Symbolen niedergelegt sei, oder daß die „Fortbildung“ oder weitere Entwickelung der darin niedergelegten Lehren von dem Symbole aus, abgesehen von der heil. Schrift geschehen solle, so glaubt unsere Synode vielmehr erstlich, daß die Symbole unserer Kirche nur einen Theil der göttlichen Wahrheiten, nehmlich so viele enthalten, als deren öffentliches Bekenntniß einst durch die Umstände gefordert wurde, und sodann, daß nicht nur die darin nicht enthaltenen Glaubenslehren, sondern auch die weitere Auslegung der in das Bekenntniß bereits aufgenommenen Artikel nirgends anderwoher, als aus der heil. Schrift zu nehmen sei. Ja, unsere Synode achtet es für einen ebenso großen Schatz unserer Kirche, daß unsere symboltreuen Väter die symbolisch bereits fixirten Lehren so herrlich aus und nach der Schrift weiter fortgebildet und die anderen aus demselben Princip der christlichen Theologie in ihren exegetischen, dogmatischen und polemischen Werken so meisterlich dargelegt und entwickelt haben, als die Symbole selbst. Auch nimmt unsere Synode jeden wahren Beitrag, den die Theologen unserer Zeit zur „Fortbildung der symbolischen Erkenntniß auf Grund der heil. Schrift“ geliefert haben und noch liefern, um so mehr mit Freude und Dank gegen Gott an, je größer die Anzahl derjenigen ist, die die Stimme unserer Symbole nicht für die Stimme der wahren katholischen Kirche erkennen und daher die symbolische Erkenntniß nicht fortbilden, sondern vielmehr hinwegbilden. Weit entfernt ferner, unsere Symbole für eine Regel des Glaubens anzusehen, der sich ein Jeder, weil sie von der Kirche gestellt sei, zu unterwerfen habe, so glaubt und lehrt unsere Synode vielmehr, daß unsere Symbole nur insofern und insoweit das Gewissen eines Christen verbinden, als sie mit dem geschriebenen Worte Gottes übereinstimmen und dasselbe bekennend vortragen; daß