# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1855_S194 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 194 Die Erlanger „Zeitschrift für Protestantismus u. Kirche.“ welche den beiden Delegirten der Buffaloer Synode von den deutschen Brüdern ertheilt wurde, wie die Missourier behaupten, keine Frucht getragen hat. Herr Grabau ist, wie von Missouri aus versichert wird, noch eben so giftig und bissig wie zuvor und in der Sache selbst wird er noch weniger anderen Sinnes geworden sein und Gemeindeglieder nach wie vor excommuniciren, wenn sie in puncto des Baues eines Schul= oder Pfarrhauses den Gehorsam verweigern. Hinwiederum scheint die von Deutschland hergegangene Vermittlung auch bei den Missouriern keinen Eingang gefunden zu haben: ihre Antworten sind doch sehr ablehnend. Und auch darüber wundern wir uns nicht, denn die Missourier haben eben eine andere Meinung über die in Rede stehende Frage, als jene beiden Synoden, von denen Zuschriften an sie ergangen sind. Und überhaupt will es uns bedünken, als ob zwischen uns, den deutschen Lutheranern und den Nordamerikanischen, ein Mißverständniß obwaltete. Wir meinen, als die Aelteren sie berathen zu können und zu dürfen. Deuten wir uns den Ton recht, welcher in diesen Antworten der Missourier herrscht und erinnern wir uns, daß die beiden Missourier, welche uns vor einigen Jahren besuchten, bei uns allerlei bedenkliche Schriften gefunden, die von Männern ausgegangen waren, die wir zu unseren Orthodoxen rechnen, was sie zwar, unseres Wissens, uns in Deutschland nicht gesagt haben, wovon sie aber alsbald nach ihrer Heimkehr ihren Landsleuten im „Lutheraner“ Mittheilung gemacht haben, so liegt uns die Vermuthung nahe, daß ihr Zutrauen zu uns und unserer Theologie kein sonderlich großes ist und sie wohl unserer Belehrung sich entwachsen glauben. Und freilich ihre Theologie scheint eine andere zu sein, als die unsrige. Zum Beleg dafür theilen wir einen Passus mit aus ihrer Antwort an die Fürther Pastoralkonferenz. Dieser hat uns Anlaß zu diesen Zeilen gegeben. Sie sagen p. 37: „Wenn Ihr von uns begehrt, mit „Euch „„unsere guten Bekenntnisse nach Anleitung der Schrift zu verstehen,““ „so können wir, als Lutheraner, in solch' Begehren nicht willigen, wie es uns „denn Wunder nimmt, daß Ihr als Lutheraner dasselbe an uns richtet; denn „als solche haben wir ja bereits den reinen Verstand und die ungefälschte Auslegung des göttlichen Worts in unserem kirchlichen Bekenntniß; und nur „wenn wir mit Nicht=Lutheranern zu handeln hätten, die Bedenken und Zweifel über das Schriftgemäße unseres Bekenntnisses äußerten, oder wenn irgendwo in unseren Symbolen (was aber nicht der Fall ist) irgend eine Auslegung unklar wäre, dann hätten wir allerdings auf die Schrift selbst zurückzugehen und aus ihr das Schriftgemäße unseres Bekenntnisses dem andern „Theile nachzuweisen.“ „Lutheraner aber als solche haben nicht ihre Symbole nach der Schrift, „sondern die Schrift nach ihren Symbolen auszulegen und an „dem quia fest und unverrückt zu halten, denn ließen wir das quia auch nur „irgendwo fahren, wo unsere Symbole klar und unwidersprechlich glauben, „lehren und bekennen und neigten wir uns irgendwo dem quatenus zu, so „gäben wir damit auch unsern Charakter als Lutheraner auf und stellten uns