# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1855_S185 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherische Polemik gegen Rom. 185 empfohlen ist. Von ganzem Herzen wird jeder Lutheraner seinen Glauben bekennen, daß der heilige Geist auch in der römischen Kirche Glieder der katholischen Kirche hat, und von ganzem Herzen wird er anerkennen, was nur irgend Katholisches d. h. Christliches innerhalb der päbstlichen Gemeinschaft zum Vorschein kommt. So ist es unstreitig auch in unsern Bekenntnißschriften gehalten. Wenn es nun aber S. 88 der angeführten Schrift heißt, die Kämpfer hätten gegen einander nur geltend gemacht, was sie trennte, nicht was sie einte, so stellen unsere Bekenntnisse (vgl. Augsburgische Confession und Schmalkaldische Artikel) das Einigende voran. Heißt es aber sogar, der Standpunkt der getrennten Richtungen (?) sei natürlich ein anderer geworden, nachdem die Kämpfer im westphälischen Frieden miteinander sich vertragen haben, es sei nicht blos unnatürlich, sondern auch unrecht, im Frieden die Sprache des Kampfes zu führen, so unvernünftig es wäre, wenn der preußische Staat im Frieden Blüchers oder Yorks Kraftausdrücke in seinem Verkehre mit Frankreich gebrauchen wolle, so unvernünftig sei es, in der Terminologie fortreden zu wollen, die Luther in seinem Verkehre mit Rom gebraucht habe, Rom wisse ja, was wir von ihm denken, aus unserem Bekenntnisse —, so scheinen hier einige Verwechselungen vorgefallen zu sein. Denn was den Vertrag des westphälischen Friedens betrifft, so ist derselbe nicht mit dem Pabst, wie etwa nach Blüchers und Yorks Feldzügen ein Frieden mit Frankreich, abgeschlossen, sondern dieser behauptet nach wie vor seine Ansprüche auf uns. Jener politische Frieden hat ihm nur, so lange er gehalten wird, den weltlichen Arm zur Execution seiner vermeintlichen Jurisdiction entzogen, seine „Sprache“ aber gar nicht verändert. Was nun aber unsere Sprache betrifft, so ist es durchaus nicht unvernünftig, sondern im Gegentheile höchst vernünftig, im Verkehre mit Rom so zu sprechen, wie wir denken. Das bloße Wissenlassen unserer Gedanken durch unsere Bekenntnißschriften möchte dafür nicht ausreichen, selbst wenn Rom „vielleicht die Urschrift“ der Augsburgischen Confession besäße. Wir sind dabei durchaus nicht an Luthers Terminologie gebunden, sondern haben Sprachfreiheit, unsere Gedanken so gut auszudrücken, wie wir können. Nur die Terminologie der vorliegenden Schrift S. 93: „In einer Zeit wie die unsrige fällt ein Stück Christenthum, wenn irgend ein römisches Institut fällt,“ möchten wir um keinen Preis nachahmen. Denn dann würde selbst der Pabst nicht mehr wissen, was wir von ihm in unserm Bekenntnisse denken. In diesem Bekenntnisse bekennen wir freudig, was auch in der römischen Gemeinschaft christlich ist, aber die Institute werden verworfen. Inquisition, Propaganda, Jesuiten, Cölibat, laute und stille Messe, Mariendienst, Rosenkranz, Wallfahrten, Ablaß, Klöster und alle selbsterwählten Gottesdienste, so wie das Institut des Statthalterthums Christi und der Hierarchie, sind Dinge, deren Vertheidigung die lutherische Kirche niemals übernimmt. So gerne diese Alles in wahrer Katholicität anerkennt und aufsucht, was Christi ist, so wenig verkennt sie, daß römische Institute das Gegentheil der Katholicität sind. Es ist zwar