# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1855_S184 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 184 Lutherische Polemik gegen Rom. zurückzugehen und aus ihr das Schriftgemäße unsers Bekenntnisses dem andern Theile nachzuweisen; Lutheraner als solche aber haben nicht ihre Symbole nach der Schrift, sondern die Schrift nach ihren Symbolen auszulegen und an dem quia fest und unverrückt zu halten;“ sie bezeugen es, ohne alle Sehnsucht nach dem zweideutigen europäischen „Zaume des christlichen Staates“ (S. 30 ff.): „Nicht in diese und jene Form sogenannter apostolischer oder altlutherischer Kirchenordnungen, liturgischer Gottesdienste, confessionistischen Schaugepränges und pietistisch gesetzlicher Heiligkeit setzen wir das Wesen wahrhaft lutherischer Gemeinen, sondern in das Leben und Weben im rechtfertigenden Glauben“ (S. 33), „denn dieser Glaube allein ist ja das rechte christliche und lutherische Herzblut, ohne welches alle Formgerechtigkeit lutherischer Kirchengerippe und mechanischen Getriebes keinen Werth hat“ —; und mit jener Verwahrung und dieser Bezeugung haben sie diese ihre Antwort zur kirchenhistorischen That gemacht, die eine der beschämendsten und erhebendsten zugleich dieser armseligen Tage ist, und die auch der kryptokatholische Lutheranismus Deutschlands, mag er nun reuig die Züchtigung annehmen oder obstinat über Mißverständniß und Mißdeutung klagend und nörlend sie zurückgeben, am wenigsten ungeschehen zu machen vermögen wird. Lutherische Polemik gegen Rom. Je mehr sich jetzt in einem gewissen Kreise von s. g. Altlutheranern das Gefühl der Verwandtschaft mit der römischen Kirche denselben aufdrängt, desto natürlicher ist es auch, daß dieselben jetzt eine andere Sprache gegen Rom gesprochen wissen wollen, als sie einst Luther und seine treuen Nachfolger gegen diese Mutter des Antichristenthums geführt haben. In dem zweiten dießjährigen Quartalheft der Guericke=Rudelbach’schen Zeitschrift finden wir ein diese Sache betreffendes Zeugniß gegen Herrn Professor Dr. Kahnis, welches unseren Lesern mitzutheilen wir nicht unterlassen können, um so weniger, als der gegenwärtige Zustand unserer evangelisch-lutherischen Kirche einen jeden treuen Lutheraner dringend auffordert, insonderheit auf alles das aufzumerken, was zu den Anzeichen einer Wiederannäherung unserer Theologen an Rom gehört. Der Aufsatz (unterzeichnet: „Ein Leser der Concordia“) lautet, wie folgt: In der Schrift: Die Sache der lutherischen Kirche gegenüber der Union. Sendschreiben an Herrn O. C. R. Dr. Nitzsch von Kahnis, Leipzig 1854, befinden sich auch Erklärungen über die Sache der lutherischen Kirche gegen Rom, die um so mehr an Gewicht gewinnen, wenn man liest, daß diese Schrift in dem Evang.=Luth. Missionsblatt, Leipzig 1854 No. 4 als „frei, frisch und klar; und bei aller confessionellen Entschiedenheit wahrhaft katholisch“