# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1855_S183 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Stimmen der Brüder in Deutschland ꝛc. 183 Der bereits Jahre und Jahrzehende lange Kampf der nordamerikanischen deutschen ev.=luther. Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten, deren Kern 1838 eingewanderte sächsisch lutherische Geistliche bilden, gegen die schreiende theoretische und praktische, fanatisch lutherische oder vielmehr krypto=katholisch hierarchische Ueberspannung der Amtslehre seitens der Grabau- v. Rohr=Krausischen Parthei, der sogenannten Synode von Buffalo, hat ebenso lange schon unsere treffsten Sympathien gefesselt. Die evangelische Geisteskraft und Klarheit, mit welcher die amerikanischen Brüder namentlich auf der Synode zu St. Louis im October 1850 von den Stephan=Löhischen Theorien sich fern gehalten, oder vielmehr gründlich losgemacht haben, steht als eine hochragende Standarte in der neuesten Geschichte der lutherischen Kirche, und das treffliche Werk des Professor Walther zu St. Louis: „Die Stimme unserer Kirche in der Frage von Kirche und Amt. Erlangen 1852“ ist für Deutschland nicht minder epochemachend gewesen als für Amerika. Jene lutherische Spaltung Amerika's ist allgemach vollständig theoretisch und selbst (namentlich innerhalb der separirt lutherischen Kirche Preußens) praktisch auch auf deutsches Gebiet übergesiedelt, und die Leipziger lutherische Pastoralconferenz des Jahres 1853, — der Fürther zu schweigen —, ist, uneingedenk ihrer großen Vergangenheit unter eines Rudelbach, Harleß, Thomasius Auspicien, symboluntreu und unbesonnen genug gewesen, provocirt durch die Anwesenheit der Herren Grabau und v. Rohr, in einem sogenannten Ermahnungsschreiben ziemlich unzweideutige Parthei zu ergreifen gegen die Synode von Missouri. Hierauf nun eben antwortet jetzt diese Synode, indem sie den wahren historischen Sachverlauf darlegt, in der einfachsten und theologisch würdigsten Weise. Die Brüder, „durch Gottes Gnade zur Erkenntniß des falschen, halbpapistischen Lutherthums gekommen, zu dem sie sich durch Stephan hatten verführen lassen, und erschrocken, in den Buffaloer Documenten ganz dieselben gefährlichen Grundsätze wieder zu finden, die sie an den Rand geistlichen und leiblichen Verderbens geführt hatten“ (S. 10), verwahren sich hier (S. 6) ernst und mannhaft gegen „die Praxis, mit Beiseitsetzung der Symbole und wider den bereits gewonnenen Zusammenhang der ev. Lehre wieder von vorn anzufangen, aus der Schrift zu beweisen, oder gar unter der Herrschaft besonderer Lieblingsgedanken diese und jene exegetischen Kreuz= und Querzüge durch die Schrift zu unternehmen;“ „denn wir sind (S. 24) der Ueberzeugung, daß die Fragen von Kirche und Amt (um die sich ja auch die großartigen Lehrkämpfe der Reformation bewegt haben — S. 37 —, und das Zeugniß der ev. Wahrheit „von diesen beiden Lehrstücken ist bereits klar genug in unsern Symbolen grundsätzlich niedergelegt“) keine offenen mehr sind, sondern längst schon im 16. und 17. Jahrhundert ihre gründliche Beantwortung und Erledigung gefunden haben;“ „die Kirche Gottes überhaupt (S. 28) ist von Anfang nie in der Schwebe und im Ungewissen gewesen über irgend einen Artikel des kirchlichen Glaubens zur Seelen Seligkeit,“ und „nur wenn wir — S. 37 — mit Nichtlutheranern zu handeln hätten ꝛc., hätten wir auf die Schrift selbst zu-