# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1855_S174 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 174 Wie werden wahrhaft lutherische Gemeinden gegründet ꝛc. Worte vertraut ist zu treuer Verwaltung und sie nicht Macht habe, auch nur das kleinste Stücklein der himmlischen Lehre, aus Liebedienerei und Menschelei, um diese zu gewinnen und jene nicht abzustoßen, irgendwie zu verschweigen oder ihm abzubrechen oder durch menschliche Einlegung und Unterschiebung eigener Fündlein zu fälschen, oder als Nebenlehren darzustellen. Denn wer solches thut, wie die Papisten, Unionisten und Schwärmer zu Gunsten ihres menschlichen Wahns oder kirchlichen Traditionen und Menschengebrauch unleugbar thun, der beweist unwidersprechlich, daß er keine rechtschaffene Gottesfurcht habe und die heil. Schrift, wie die Papisten es ja auch offen aussprechen und die Unionisten jetzt auch dahin gelangen, für eine wächserne Nase, für ein dunkles ungewisses und mehrdeutiges Wort hält. Für’s Andere deshalb, weil eben das Gewissen eines rechtgläubigen d. i. lutherischen Christen in diesem Worte Gottes in heil. Schrift, das da gewiß ist und lehren kann, gefangen und gebunden ist und er lieber, er sei nun Lehrer oder Hörer, zehn Hälse darstrecken und den Tod zehnmal leiden will, als daß er zu Schmach und Unehre des wahrhaftigen und heiligen Gottes, aus Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, auch nur in einem Artikel der heilsamen Lehre von Gottes Worte weiche, wie es lautet. Für’s Dritte deshalb, weil gerade die wahre Liebe gegen den Nächsten, und um so mehr gegen die Irrenden und Verführten, es gebietet, den Glauben d. i. die himmlische Lehre, die in heil. Schrift einmal den Heiligen vorgegeben ist, selbst wider die Mächtigen und Gewaltigen, wider die Edlen und Weisen dieser Welt, ja, wo es gilt, wider Vater und Mutter und die nächsten Blutsfreunde, unerschrocken zu vertheidigen, um, wo möglich, doch einige aus den satanischen Zauberschlingen der kräftigen Irrthümer zu erretten und zur Erkenntniß und Ergreifung der seligmachenden Wahrheit in Christo zu bringen. Vornämlich aus diesen Gründen nun geschieht es, daß die treuen Diener der lutherischen Kirche immerdar mit allem Fleiß neben der Lehre auch die Wehre handeln und ihr Volk unterrichten, die Geister zu prüfen, sich vor den falschen Propheten zu hüten und von denen zu weichen, — sich aber nicht mit ihnen zu vereinigen — die da Zertrennung und Aergerniß anrichten neben der Lehre, die es aus Gottes Wort gelernt hat; und aus der Einheit und Reinheit der Lehre fließt ja auch aller andere Segen; und es ist schlechthin unmöglich, daß in einer Gemeinde gesunde evangelische Gottseligkeit in heiligen gottgefälligen Werken und allerlei christlicher Tugend und Früchte des Geistes könne in Schwung und Uebung kommen, wo das Wort Gottes nicht lauter und rein gelehret wird. So gewiß es nun aber auch ist, daß, wo solches Wehren und Strafen der Irrthümer nicht getrieben wird, keine wahren Christen und gesunden Lutheraner können erzeugt werden, so gewiß ist es gleichwohl auf der andern Seite, daß in den Lehrern der heilige Eifer um Gottes Ehre und die Liebe zur seligmachenden Wahrheit, auch mit christlicher Besonnenheit und Weisheit müsse verbunden sein, daß sie nicht, wie meist die Reformirten wider die Pa-