# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1855_S140 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 140 Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben. mit den Worten intendirte) buchstäbliche Sinn, oder gar keiner.“ Canon 121: „Der allegorische Sinn ist nicht beweiskräftig, es sei denn, daß der heilige Geist selbst denselben offenbart hat.“ (Nach 2 Pet. 1, 20. Vergl. Deut. 25, 4. mit 1. Cor. 9, 9. Hierher gehört die papistische Auslegung von Gen. 1, 16, nach welcher die Sonne das päpstliche, der Mond das weltliche Regiment bedeuten soll!) Canon 19: „Die Auszierungen einer Parabel sind von dem, was zum wesentlichen Inhalt derselben gehört, wohl zu unterscheiden.“ Canon 22: „In der Auslegung der heiligen Schrift ists nicht genug, zu zeigen, welches der Sinn einer Stelle sein könne, sondern welches unzweifelhaft der Sinn sei.“ Canon 24: „In Erklärung jeder Schriftstelle muß auf den Originaltext zurückgegangen werden.“ Canon 28: „Die Hauptbedeutung eines Wortes hängt nicht zuoberst von dem Zeugniß eines Lexicographen oder Vaters, sondern von dem Gebrauch der Schrift selbst ab.“ Canon 42: „Alle Schriftauslegung muß mit der Grammatik im Einklang stehen.“ Canon 58: „Die Form zur Bezeichnung der Vergangenheit wird bei den Propheten oft für die Form zur Bezeichnung der Zukunft gesetzt, zur Anzeige, wie gewiß die Sache sei.“ (Jes. 53, 4. 6.) Canon 66: „Bejahende Sätze sollen zuweilen nur die Verneinung des Gegentheils aussagen.“ (Luc. 14,26.) Canon 125: „Die Flüche der Heiligen sind nicht nachzuahmende Verwünschungen, sondern prophetische Vorausverkündigungen.“ Canon 130: „Das höchste und letzte Ziel der ganzen heiligen Schrift ist Christus, den daher der Interpret immer im Auge haben muß.“ Canon 156: „Die Prädikate sind nach der Beschaffenheit ihres Subjectes, und umgekehrt, zu erklären.“ — Wir haben hier nur einige von den Canons ausgewählt, deren Richtigkeit auch ohne den beigegebenen Beweis sogleich in die Augen springt, den eigentlichen Kern davon im Auszuge zu geben, ist unmöglich, da jeder Canon zum Kern gehört. (Fortsetzung folgt.) (Eingesandt von Pastor Hoyer.) Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben. (Schluß.) Der erste Satztheil von V. 24 „daß der Mensch durch die Werke gerechtfertigt wird“ spricht von einer Rechtfertigung, die offenbar eine andere ist als die durch den Glauben und wenn auch nicht dem Namen doch dem Inhalte nach von der übrigen Heiligen Schrift oft genug angedeutet wird; das hat hoffentlich die bisherige Auseinandersetzung nachgewiesen. Allein der zweite Theil des 24. Verses: „und (daß der Mensch) nicht durch den Glauben allein (gerechtfertigt wird)“ hat Vielen die Furcht eingejagt, Jakobus stoße damit geradeswegs den Spruch Röm. 3, 28 um, jenen Inbegriff der Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben. Ist jene Furcht begründet? Wir antworten: nein. Werden wir uns zuvörderst