# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1855_S137 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers-Bibliothek. 137 betreffender Hypothesen noch mehrerer anderer Sprachgelehrten. Der letztere Theil ist daher im Jahre nach seinem Erscheinen in Deutschland auch in englischer Uebersetzung in London unter dem Titel erschienen: „Dr. J. G. Carpzov, A defence of the hebrew Bible. Translated from the latin, with additional notes by Moses Marcus“ (ein jüdisch=christlicher Proselyt und Lehrer der orientalischen Sprachen in London). — An diese die alttestamentliche Kritik enthaltende allgemeine Einleitung in die Schriften des Alten Bundes reiht sich die specielle desselben Verfassers, welche, nachdem die Einleitungen in die historischen, poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments erst einzeln herausgekommen waren, endlich im Jahre 1721 in Einem Volumen als: Introductio ad libros canonicos Bibliorum Veteris Testamenti omnes, über 1100 Quartseiten enthaltend, erschien. Der Raum gestattet nicht, von diesem reichhaltigen Werke eine Inhaltsanzeige zu geben, wir bemerken nur, daß dasselbe, wie der Augenschein lehrt, noch immer die Fundgrube ist, woraus das Beste der neueren alttestamentlich-isagogischen Schriften genommen ist. b. Was die neutestamentliche Isagogik und zwar wiederum zuerst die Text-Kritik betrifft, so machen wir vor allen auf ein Werk des berühmten schwäbischen Theologen, Joh. Albrecht Bengel’s (gest. 1751 als Consistorialrath und Prälat zu Stuttgart), aufmerksam. Der Titel dieses Werkes ist: He Kaine Diatheke. Novum Testamentum graecum, ita adornatum, ut textus probatorum editionum medullam, margo variantum lectionum in suas classes distributorum, locorumque parallelorum delectum, apparatus subjunctus criseos sacrae compendium exhibeat. Tubingae 1734 (in Großquart). Wie der Titel zum Theil schon besagt, enthält das Werk erstlich das griechische Neue Testament mit Angabe der wichtigsten, nach ihrem Werth in bestimmte Classen eingetheilten Varianten, wovon sich ein (519 Seiten umfassender) „Apparatus criticus“ anschließt. Diese zweite größere Hälfte des ganzen Werkes (von 884 Seiten) zerfällt wiederum in drei Abtheilungen. In der ersten wird, was es für eine Bewandniß habe mit den verschiedenen Lesarten in dem neutestamentlichen Texte, gezeigt und von den Grundsätzen, mit deren Anwendung die ursprüngliche Lesart aufzufinden sei, gehandelt. In der zweiten Abtheilung werden die in der ersten entwickelten kritischen Principien auf die vorhandenen Varianten angewendet, von Capitel zu Capitel und von Vers zu Vers über alle wichtigeren derselben entschieden und so die in der Bengelschen Ausgabe des griechischen Neuen Testaments aufgenommene Lesart gerechtfertigt. Da Bengel auf der einen Seite mit seiner an vielen Stellen von dem Textus receptus seiner Zeit abgehenden Text=Recension vielen Widerspruch fand, auf der anderen Seite einer zu großen Aengstlichkeit im Abweichen von den (seit Jahrhunderten fast allgemein) recipirten Lesarten bezüchtigt wurde, so gibt Bengel in der dritten Abtheilung diesen Bedenken und Anklagen gegenüber seine Rechtfertigung und schließt mit einer Hinweisung auf die Fußstapfen der göttlichen Weisheit und Macht, die