# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1855_S135 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 135 bricht damit sein Glaube nicht den Hals noch Bein, weil er den rechten Mann kennet, der da heißet Weg, Wahrheit und Leben, von welchem die Propheten weissagen und zeugen; wie gesagt. Wiederum, die Jüden, weil sie diesen Christum nicht annehmen, können sie nicht wissen noch verstehen, was Moses, die Propheten und Psalmen sagen, was rechter Glaube ist, was die zehen Gebote wollen, was die Exempel und Historien lehren und geben, sondern die Schrift muß ihnen sein (nach Esajä 29, 11. Weissagung), wie ein Brief dem, der nicht lesen kann, welcher siehet die Buchstaben sehr wohl, weiß aber nicht was sie geben; wie das deutsche Sprüchwort sagt: Ein weiß Blatt, darin schwarze Saat, Manch Mann vorüber gaht, Der nicht weiß, was da staht. ... Fürwahr, man darf den Fleiß nicht vornehmen mit Dollmetschen und Glossiren, wie man der Rabbinen und Grammatischen Verstand unter uns Christen bringe, er klebt ohne das von ihm selber allzugerne an, wie Pech und Leim, wenn man sich gleich will fürsetzlich dafür hüten.“ (Vorrede zur Auslegung der letzten Worte Davids. Opp. III., 2782. fll.) Was aber Luther hier von der Benutzung der sprachlichen Hülfsmittel sagt, welche die Rabbinen geliefert haben, das gilt natürlich ebenso von den Schriften der rationalistischen und zum Theil auch der falschgläubigen Linguisten. Summa: uns dünkt, wenn ein armer Prediger nicht beides sich anschaffen kann, ein lexicalisches Werk für den hebräischen Codex aus der neueren Zeit und ein älteres, wie das oben bezeichnete, so sollte er nicht eins von jenen, sondern dieses wählen. — Es gibt übrigens ein kleines neueres Werkchen, in welchem sich das in nuce findet, was durch die gelehrten Forschungen eines Gesenius, Winer u. A. für die hebräische Lexicographie gewonnen worden und in deren größeren Werken niedergelegt ist, dessen Ankauf neben der Clavis Stock’s hoffentlich auch dem Aermsten möglich ist. Der Titel dieses „hebräisch=lateinischen Taschen=Wörterbüchleins“ ist: Lexicon hebraicum et chaldaicum in libros V. T., ordine etymologico compositum, in usum scholarum edidit M. Ern. Frid. Leopold.“ Leipzig bei Tauchnitz. Die erste Auflage ist 1832 erschienen, und wird etwa für 75 Cents zu beziehen sein. b. Ein ähnliches Werk wie das unter a. bezeichnete für das A. T. hat Ch. Stock auch für das N. T. geliefert. Der Titel desselben ist: Clavis linguae sanctae Novi Testamenti. Es kam zuerst 1725 heraus und hat sodann in kurzer Zeit viele neue Auflagen erlebt. Dieselben Gründe, welche uns bestimmten, das Lexicon desselben Verfassers für den hebräischen Codex als ein Buch unserer ersten Classe zu empfehlen, bestimmen uns, auch diesem für das N. T. denselben Platz einzuräumen. Es hat mit jenem gleiche Einrichtung und Vorzüge und beinahe einen gleich großen Umfang. Was ein Flacius, Hunnius, Balduinus, Gerhard, Glassius, (Erasmus und Sebastian) Schmidt, Calov, Vitringa und andere, die in der biblischen Philologie vor Stock arbeiteten, erarbeitet haben, ist von dem Autor treulich benutzt. Was man sonst oft an Stock’s Lexicis als ein großes Gebrechen ansehen will,