# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1855_S131 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 131 allein die ersteren finden in einer guten Methodologie gar manches, was ihnen zu ihrem nöthigen Fortstudiren vortrefflich zu statten kommt und sie vor mancherlei Umwegen und Irrwegen bewahrt. Die beste Methodologie für Theologen ist nach unserer Ueberzeugung, die wir durch mannigfache Vergleichungen gewonnen haben, noch immer das kleine Büchlein von Johann Gerhard: Methodus studii theologici, welches das erste mal 1617 zu Jena und hernach oft auch anderwärts herausgekommen ist. Es umfaßt nach unserer von dem Sohne des Verfassers, Johann Ernst Gerhard, besorgten neuen Ausgabe 324 Duodez=Seiten und zerfällt in drei Theile. Der erste Theil handelt von den allgemeinen Erfordernissen des theologischen Studiums, 1. von dem rechten mit dem Studium verbundenen Endzweck, 2. von dem dabei nöthigen Eifer in der wahren Gottseligkeit und 3. von der täglichen Uebung eines andächtigen Gebetes. Der zweite Theil handelt von den nöthigen Vorstudien, 1. von der Kenntniß der Sprachen und 2. von der der Philosophie. Der dritte Theil endlich gibt eine Anweisung, in fünf Jahren seinen theologischen Cursus glücklich zu vollenden. Zwar ist dieses Werkchen keine vollständige Methodologie, auch besitzt unsere Kirche noch mehrere andere ältere und neuere Methodologien, welche Vortreffliches enthalten; entsteht aber die Frage, welche unter allen jedenfalls in der Bibliothek eines hiesigen armen lutherischen Predigers sich befinden sollte, so nennen wir die Gerhard'sche, indem wir uns alle anderen für die zweite und dritte Classe vorbehalten. Indem wir nun zu den einzelnen Disciplinen übergehen, nennen wir im II. Fach: die Werke für die exegetischen Disciplinen, und zwar 1. ein Werk, das sich über dieselben insgesammt verbreitet; es ist dieß: „Salomonis Glassii philologia sacra.“ Dieses Werk, über tausend Seiten in Großquart umfassend, ist zuerst 1623 herausgekommen. Die beste Ausgabe ist von Buddeus besorgt und mit einer Vorrede begleitet worden und diese 1713 das erste mal erschienen; auch hernach ist indeß das Werk noch mehrmals, zuletzt im Jahre 1797, aufgelegt worden. Es zerfällt, das Alte und Neue Testament gleichmäßig berücksichtigend, in sechs Bücher. Das 1. handelt von dem Styl der heiligen Schrift und zwar zuerst von der Unverfälschtheit des biblischen Textes (Kritik); sodann von den Vorzügen und der Eigenthümlichkeit des biblischen Styls überhaupt; und endlich von dem prophetischen, neutestamentlichen, Johanneischen und Paulinischen Styl insbesondere. Das 2. Buch handelt von dem Sinne der Schrift (dem buchstäblichen, mystischen, typischen und allegorischen) und wie derselbe zu erforschen sei (Hermeneutik). Das 3. und 4. Buch handelt von der Grammatik der alt- und neutestamentlichen Sprache. Das 5. Buch enthält die biblische Rhetorik und handelt erstlich von den Tropen (Metonymie, Ironie, Metapher, Anthropopathie, Prosopopöie, Synecdoche, Catachresie, Hyperbel, Allegorie, Proverbium, Aenigma), und hierauf von den nicht im engeren Sinne