# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1855_S129 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 129 Lehre und Wehre. Jahrgang I. Mai 1855. No. 5. Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. (Fortsetzung.) In das Fach der Werke über das ganze Bereich der theologischen Wissenschaften rechnen wir nun 2. die eigentlich so genannten theologischen Encyclopädien und Methodologien. Unter den ersteren nennen wir hier nur folgendes Werk: Jo. Francisci Buddei Isagoge historico-theologica ad theologiam universam singulasque ejus partes. Lipsiae 1727. Der Verfasser dieses Werkes ist der eben so gelehrte, als gottselige, als Professor Primarius zu Jena 1729 verstorbene lutherische Theolog J. Franz Budde. Es hat derselbe an diesem, 1844 Quartseiten (in engem Druck) starken, Werke etliche und zwanzig Jahre lang gearbeitet und daher mit demselben die reifste Frucht seines Fleißes und seiner eminenten Gelehrsamkeit der Kirche hinterlassen. Das Buch zerfällt in zwei Theile. Der erste, der die Theologie im Allgemeinen zum Gegenstand hat, handelt: 1. von Zweck und Ziel des theologischen Studiums; 2. von den, einem Theologen nöthigen Natur- und Gnadengaben; 3. von den Mitteln, durch welche der theologische habitus practicus erlangt werde, die Buddeus unter oratio, meditatio und tentatio befaßt; und 4. endlich von den nöthigen theologischen Vorstudien und Vorkenntnissen. Der andere specielle Theil handelt: 1. von der dogmatischen, 2. von der symbolischen, 3. von der patristischen und 4. von der Moral-Theologie; in dem 5. Capitel wird hierauf von der Kirchenrechtslehre, im 6. von der Kirchengeschichte, im 7. von der polemischen und endlich im 8. von der exegetischen Theologie gehandelt. — Es gibt kein Werk dieser Art, aus älterer und neuerer Zeit, das diesem an die Seite gesetzt werden könnte. Es enthält eine Uebersicht und vollständige Geschichte aller Zweige der Theologie (allein die Homiletik ausgenommen) durch alle Jahrhunderte hindurch bis auf des Verfassers Zeit, mit Einschluß auch der Arbeiten, die für die betreffenden Disciplinen auch außerhalb der lutherischen Kirche geliefert worden sind. Die darin gegebenen literarhistorischen Nachrichten sind ebenso reich und vollständig, als genau und mit gewissenhaften Kritiken begleitet. Der vermittelnde Standpunkt, den Buddeus sonst in mancher Beziehung zwischen den hallischen Pietisten und den sogenannten Orthodoxen einnahm, hat dem Wer- 9