# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1855_S126 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 126 Ueber die ursprüngliche Gestalt des kleinen Katechismus ꝛc. sischen Uebersetzung aufgefunden und mit einer Untersuchung über die Entstehung des kl. Katechismus. Herausgegeben von E. Mönckeberg. Prediger zu St. Nikolai in Hamburg. Hamburg, 1851. 2. Dr. Martin Luthers kl. Katechismus. Nach den Originalausgaben kritisch bearbeitet. Ein Beitrag zur Geschichte der Catechistik von Lic. K. F. Th. Schneider. Berlin, 1853. Ich will nun versuchen, die hauptsächlichsten Ergebnisse dieser beiden lehrreichen Schriften zusammenzustellen, und vor allen die Prediger und Schullehrer zum Studium derselben und dann auch die andern Leser dieses Blattes zur Theilnahme an den darin behandelten Gegenständen zu ermuntern. Dr. Luther hatte schon 13 Jahre lang vor der Abfassung seines kleinen Katechismus die Katechismuslehre in Predigten und sonst unablässig getrieben und zwar so, „daß sich viele Leute gebessert hatten.“ Die erste Katechismusarbeit, die wir von Dr. L. haben, sind seine Predigten über die 10 Gebote aus den Jahren 1516 und 17., welche die weitläufigste Auslegung dieses Hauptstücks enthalten (Walchs Ausgabe III. 1693—1995), woran sich die kürzeste Auslegung desselben oder die Uebertretung und Erfüllung der 10 Gebote vom Jahre 1522 anschließt. Die erste Katechismusschrift über die drei ersten Hauptstücke ist die kurze Form, die zehn Gebote, Glauben und Vaterunser zu betrachten v. J. 1520, worin bei der Auslegung des 1. Hauptstücks auch die oben erwähnte vom Jahre 1522 mit aufgenommen worden ist. (Walch X., 184 ff.) Dieses köstliche Büchlein fand solchen starken Abgang, daß es schon im ersten Jahre 5 verschiedene Auflagen erlebte. Daraus entstand zwei Jahre später das sogenannte „Betbüchlein.“*) Aus dem Jahre 1517 haben wir noch Predigten Dr. Luthers über das Vaterunser (Walch VII., 1086 ff.) und aus dem Jahre 1520 die Vermahnung zu guten Werken, eine meisterhafte Auslegung der zehn Gebote (Walch X., 1562 ff.) Durch alle diese Arbeiten machte Gott diesen seinen Diener immer reicher an Erkenntniß und Erfahrung und bereitete ihn so zur Abfassung des kl. Katechismus vor. Allein ehe er noch dazu kam und weil das Verlangen nach einem solchen Büchlein immer dringender wurde, beauftragte Dr. Luther im Jahre 1525 zwei seiner Mitarbeiter, nämlich Jonas und Agricola, mit der Abfassung eines Katechismus, weil er selbst zu sehr mit andern Arbeiten, namentlich mit seiner Kirchenpostille, beschäftigt war. So entstand die sogen. Laienbibel, die Lic. Schneider als Anhang seiner Schrift beigefügt hat und über die er sich also ausspricht: „Es ist dieß ein höchst beachtenswerthes katechetisches Denkmal aus der ersten Reformationszeit, welches uns eben so *) Das von C. Kraußold herausgegebene Betbüchlein ist nicht das von Dr. Luther, sondern ein nach eigner Auswahl zusammengestelltes. Nur in der Wittenberger Ausgabe der Werke besteht das Betbüchlein als ein Ganzes, in den übrigen Ausgaben stehen nur einzelne Theile desselben. Dr. Luther hat es für sehr nützlich gehalten und es oft wieder auflegen lassen.