# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1855_S117 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben. 117 reich wartet, das erst noch kommen soll? Wie nennt man wohl solches Treiben? 82) Summarisches Urtheil über die „unlutherischen Thesen": Des Pudels Kern ist platter Rationalismus, das Fell pietistische Lammswolle. 83) Veranlassung dieser Thesen: Verbissener Grimm des pietistischen Werkstolzes über die wieder zunehmende Verbreitung des Evangeliums von der freien Gnade Gottes in Christo. — Aerger über die lutherischen Entlarvungen und dadurch herbeigeführten Calamitäten des Unionismus ; — Zweifel und Unruhe über die Gottgefälligkeit der wider eigene frühere Ueberzeugung mala fide verfochtenen indifferentistischen Religionsgrundsätze ; — Besorgniß, den unerschütterlichen Bekennern Christi gegenüber als Laodicener erfunden zu werden, ꝛc. ꝛc. „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube," dieß ehrliche Bekenntniß ist für Dr. Faust's heutige Unglaubensvetterschaft zu kühn; in feigen unlutherischen, statt in muthigen unchristlichen Thesen läßt sie ihre Wuth an denen aus, die an das Evangelium glauben. 84) Soll ich meinem Schmied Alexander noch mehr vorhalten? frug ich den weisen Salomo. Er antwortete mir, wie Sprichw. 14, 7; 27, 22 steht. Herzlich gern befolge ich den guten Rath, zumal mir nicht unbekannt ist, wie „unlutherische Thesen" zusammengeschmiedet werden. Singen doch die Vögel auf den Dächern davon: Ein Grobschmied saß in guter Ruh, raucht seine Pfeif' Tabak dazu und schloß im eignen Namen den frommen Senf mit „Amen." (Eingesandt von Pastor Hoyer.) Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben. Gott, der Vater des Lichtes, erleuchte uns, daß wir des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben klar erkennen und darstellen! Wir werden darnach selbst urtheilen können, ob Jakobus in diesem Haupt⸗ und Grundartikel der christlichen Lehre ein anderes Evangelium predigt als der Apostel Paulus und die übrigen Apostel und Evangelisten. Wollen die Leser das zweite Capitel des Briefes Jakobi aufschlagen und dort ihre Blicke richten auf die Verse 20—26; dies ist die Hauptstelle, aus welcher wir die Frage beantworten mögen: was lehrt Jakobus vom rechtfertigenden Glauben. Der 20. Vers beginnt mit „willst du aber wissen.....,"? Das „aber" nach den Anfangsworten des Satzes zeigt an, daß Jakobus zu einem neuen Gedanken übergeht, welcher indeß der früheren Gedankenreihe verwandt ist; wir werden dadurch genöthigt, auf die vorhergehenden Verse zurückzublicken. In diesen zeigt Jakobus, was er im 14. Verse aussprach, der Glaube, der