# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1855_S112 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 112 Lutherische Antithesen. ausschließlich richtige, für die „schriftgemäße Gebotseintheilung“ auszugeben, während sie blos die persönliche Ansicht ihrer Vertheidiger ist. In Luther's Zählung hat die evangelische Christenheit nie mehr als ein bloßes Adiaphoron erblickt, das mit der calvin'schen Numerirungsweise gleiche Berechtigung theilt. 76) Der reiflichsten Erwägung aller Glaubensgenossen empfehle ich Thes. 201. 202., wo abermals von den „Fanatikern des neuen Lutherthums“ die Rede ist. Sinn und Zweck dieser Auslassungen ist wenigstens mir klar: Divide et impera, ist des Feindes Wahlspruch. Darum seid auf der Hut! „Eine Hauptzeitschrift dieser „„lutherischen Theologie und Kirche““ schmähet und schimpft in gröbster Gemeinheit die ehrwürdigsten Männer, läßt von Unionsleuten vorschriftsmäßig Nichts gelten.“ Nein, nein! Eure Anfeindung hat einen andern Grund; wir sehen, was hinter euern Worten hervorlauscht. Unsere Zeitschrift ist bei aller ihrer menschlichen Gebrechlichkeit dennoch das hochwallende Banner geworden, um welches die von der Union bedrängten Glieder der evangelisch=lutherischen Kirche sich schaaren. In ihr hat das verfolgte Evangelium eine Zunge gewonnen, deren lautes, furchtloses Zeugniß von dem Erlöser und der Rechtfertigung allein durch den Glauben an sein Verdienst bis über den atlantischen Ocean gedrungen ist und dem unionistischen Reiche des Antichrists großen Schaden gethan hat. Hinc illae lacrymae. Das Banner niederzureißen, die Zunge, wenn sie dem Unionismus nicht dienstbar gemacht werden kann, zu lähmen, auszuschneiden, das ist euer Plan, den ihr sicher zu erreichen hofft, wenn ihr den Einen wider den Andern aufhetzt. Jenen sucht ihr durch Schmeicheleien von der fernern Mitarbeit abwendig zu machen, diesen durch Herabsetzung in der Achtung der Uebrigen gewaltsam zu verdrängen. Dem Reste aber sagt ihr ganz unverholen: „Haltet lieber Brüderschaft mit irgend etwas, das nicht auf lutherischem Boden gewachsen ist, damit man wisse, wie man mit euch dran sei.“ (S. 51. 52.) Pfiffig genug ist euer Anschlag; ob er aber gelingen werde, ist freilich eine andere Frage. 77) Von unserer Zeitschrift heißt es weiter: „Sie führt überhaupt mitunter eine Sprache, die jedem nicht in ihrem Zauberkreise Stehenden — ich wills nicht sagen wie“ (warum nicht? Unsere Ohren sind an unionistische Complimente längst gewöhnt) — „vorkommen muß. Wir fragen diese Lutherischen: Warum redet ihr nicht wenigstens anständiger und vernünftiger, damit man sich nur mit euch einlassen könne?“ — Gilt diese Frage vielleicht hauptsächlich mir? Ich habe Grund, das zu vermuthen, und will darum meine Antwort geben; — wohlverstanden! nicht der Redactoren oder übrigen Mitarbeiter, die mich dazu nicht ermächtigt haben, sondern lediglich meine Antwort, nach der bei uns geltenden Regel: „Ohne Solidarität des Einen für den Andern.“ — Wann und wo habe ich denn begehrt, ihr sollt euch mit mir „einlassen?“ Und wenn ihr's ungefordert thut, was bewegt euch denn dazu? Doch nicht etwa die Hoffnung, an mir eine Acquisition zu machen? Dann spart euren pietistischen Hopfen und euer unionistisches