# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1855_S109 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherische Antithesen. 109 das für den lächerlichsten Unsinn halten; — doch das Evangelium dieser Leute ist eben keine doctrina, sondern etwas Gutes für Küche und Keller. 58) Im Abendmahle „ist's genug am Konsensus, wonach schriftgemäß und gläubig beide evangelische Kirchen einträchtiglich lehren: daß im Sakrament" — Brod und Wein, und als Zukost eine calvin'sche Brühe verabreicht werde. (Thes. 158—162.) 59) „Es giebt jetzt nicht wenig rechtschaffene Christen und redlich gläubige Theologen, die Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heil. Geist haben durch des Herrn Gnade, doch fließt von ihrer geistlichen Geburt an, durch all ihr geistliches Leben in allen Adern unirtes, d. h. unirendes Blut — wer darf sie verwerfen?" (Thes. 163.) Antwort: Jeder, der sein Vertrauen auf Christi Blut setzt. Wir wissen schon, weß Geistes Kind dieser „gläubige" Unionismus ist. 60) „Lutherische Fibeln, lutherische Häuser, lutherische Kartoffeln?" Nein, blos „lutherische Kirche und lutherisches Abendmahl." (Thes. 164. 165.) „Warum?" Weil der Unionismus Christum unter Luther's Namen verfolgt . Oder ist etwa „das Christenthum, das Reich Gottes, der Weinberg des Herrn" ein unionistischer Irrgarten, „wird der Himmel unionistische Herrlichkeit haben?" Schwerlich; bekennt doch Hr. Stier selbst: Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im h. Geist, — d. h. es ist nicht unionistisch, sondern lutherisch. 61) Was ist der „Freiheit schaffende Geist des Herrn?" (Thes. 166.) Die willenlose Unterwerfung unter staatskirchenregimentliche Unionsedicte? 62) „Die evangelischen Kirchen wären auch nicht einmal Schwestern? Schmach der Menschen und Gericht Gottes über Jeden, der das leugnet!" Luther und mit ihm Millionen rechtschaffener Christen haben es geleugnet; wer ist Hr. Stier, der sie „schmäht und richtet?" (Thes. 167.) 63) „Sind wir so weit, das nicht zu leugnen, ꝛc." So weit sind wir eben noch lange nicht; darum wird auch aus der „Konföderation" nicht „ganz natürlich und nothwendig" eine „Union" werden. Die Konföderation ist doch nur ein Erzeugniß der Glaubensschwäche, die Union dagegen ein Produkt des Unglaubens. Jene läßt Jedem, diese Keinem seinen Glauben. 64) „Laßt uns von einander lernen, mit einander Christum lieb haben, im Geiste wandeln, in der Liebe leben, das Zeugniß in Wort und Wandel ausrichten an die Ungläubigen" (? an wen?). Wenn wir das erst von den Unionisten lernen sollten, so wären wir sehr unglückliche Creaturen. (Thes. 168. 169.) 65) Ein Recept zur Herstellung der adamitischen Universalreligion: Knete den Herrn Christum und „meinen Herrn Christum" (den Hrn. Dr. Stier), sodann Gesetz und Evangelium, Augsburgische Confession, Calvinismus und Rationalismus zusammen, verschlucke diese unionistische Latwerge und halte das etwa darnach folgende Grimmen und Krümmen im Gewissen