# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1855_S107 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherische Antithesen. 107 Hr. Stier der Eckstein ist! Ihr werdet doch nicht etwa mit mir sagen wollen, diese Stier'sche Religion verhalte sich zur christlichen wie Schuhpech zu Honig? 45) Laßt doch Christum, das Evangelium, den Glauben und andere unwesentliche Dinge auf sich beruhen! Die „innere Mission, das kirchliche Leben, die Wissenschaft, das Unionswerk" und ähnliche gute Werke sind ja der Weg, worauf „ein jeder wahrhaftige Christ" zur ewigen Seligkeit gelangt; Dies zu leugnen, „ist ein Betrug vom Teufel." (Thes. 112—117.) 46) Zwingli und Calvin werden doch wohl besser verstanden haben, was Christus im Abendmahle eingesetzt hat, als die Apostel und Evangelisten, deren irrige Meinung „im lutherischen Volke als todter Aberglaube fortschleicht ." (Thes. 118—121.) 47) Geht doch „auf ein Jährlein, oder, wenns noch nicht hilft, auch zwei und mehr in ein reformirtes Land" (besonders in das klassische „Wupperthal und Umkreis") „unter dortige Gemeinschaft der Gläubigen im christlichen Leben und Wirken; die Kur wird anschlagen;" ihr werdet, von der Gemeinschaft der Heiligen im christlichen Glauben vollständig geheilt, nachher auch die Gemeinschaft mit dem lieben Pabstthum (vergl. S. 31) suchen lernen. (Thes. 122. 123.) 48) Uebrigens „wer hindert euch denn, zu sagen mit bestem Wissen und Gewissen: Wir unsernteils haltens mit der Lehrentwicklung auf lutherischer Seite, bis in die Konkordienformel hinein? Die Union hat Raum auch dafür," weil sie nicht, wie die unwissenden Reformatoren, blos ein, sondern viele Christenthümer kennt und nicht im mindesten abgeneigt ist, auch eure Religion für eins davon zu erklären. (Thes. 124.) 49) Daß es beim heil. Abendmahle nicht auf Christi Wort, Befehl und Einsetzung, sondern auf den „Glauben des Empfangenden" und auf die reformirte „Vermittlung des h. Geistes" ankommt, werdet ihr doch wohl nicht in Abrede stellen? (Thes. 125—136.) 50) Da das Sakrament des Altars ja nur ein bloßes „Gedächtnißmahl" sein soll und kann, so solltet „ihr Lutheraner die Distributionsformel: Das ist der wahre Leib ꝛc. schon darum verwerfen," weil sie, gleich den Einsetzungsworten, auf ein Mahl des Leibes und Blutes Christi hinweist, was doch, laut Zwingli und Calvin, nicht stattfindet. „Mithin ist wirklich die nicht referirende, sondern" den Zweifel und Unglauben „bezeugende Formel der Union: Unser Herr und Heiland spricht (nicht sprach!) allen andern vorzuziehen." (Thes. 137—139.) 51) „Das heil. Abendmahl ist selbst ganz und gar der von dem Herrn eingesetzte Unionsritus" aller möglichen Geister „auf Erden." (Thes. 140—143.) 52) Darum soll man auch alle Bekenner aller auf Erden bestehenden Religionen „getrost und nach der Wahrheit lehren," daß ihr Glaube „alle seligmachende Grundlehre" umfasse, „damit sie den Muth gewinnen, auch zum Tische des Herrn in Einigkeit zu kommen und hier die Dogmatik bei Seite zu lassen." (Thes. 144—146.)