# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 92 Wie sich der Fuchs aus seinem hohlen Baume locken ließ. markt.*) Herr Mann scheint damit endlich den nöthigen Aufschluß darüber haben geben zu wollen, was das für uns Lutheraner für eine Bedeutung habe, wenn es auf dem Titel seines „Freundes aller Kirchen“ heißt: „Organ für die gemeinsamen Interessen der Amerikanisch=Deutschen Kirchen.“ Es ist in der That dankenswerth, daß der Editor uns endlich hat wissen lassen, mit welchem Antheil an der Vertretung durch den „Kirchenfreund“ er unsere lutherische Kirche bedacht hat. Wir können hierbei nur den Wunsch aussprechen, daß es uns glücken möge, noch recht viele dergleichen Füchse mit so geringer Mühe aus ihrem Verstecke hervorzulocken. So viel ist uns jetzt (durch mehrfache gelungene Versuche ins Klare gestellt,) außer Zweifel, daß, wenn man die wahre Gesinnung eines zweideutigen Mannes in Absicht auf die lutherische Kirche kennen lernen will, man nicht etwa nur die lutherische Kirche loben muß; denn dann loben diese Herren sogleich mit aus vollen Backen, und lauter und schöner, denn wir; man muß vielmehr die Aussprüche der symbolischen Bücher, unserer lutherischen Coryphäen und vor allen eines Luther den Herren entgegen setzen: hui! wie springts dann auf allen Seiten! An allen hohlen Bäumen liest man dann plötzlich die Worte: „To rent“ angeschlagen und der ganze Wald wimmelt nun von Füchsen am hellen lichten Tage. Die Herren, wenn sie von uns hören, daß man die Schrift nach den Symbolen unter Handlei- nicht weil sie die libri canonici secundi ordinis denen primi ordinis gleichstellten, sondern umgekehrt, weil sie diese jenen gleich achten. Vergl. J. Gerhardi Exeges. art. de s. s. ꝛc. § 241. 242. *) Wie schimpflich es für einen Mann ist, der lutherisches Brod ißt, dem theuren Luther (um ihn zu verdächtigen) die Annahme der endlichen Seligkeit der Heiden beizumessen, wie Herr Mann thut, ist nicht auszusprechen. Denn entweder geschieht es aus grenzenloser Ignoranz, oder aus der allergiftigsten Feindschaft. Tertium non datur. Uns wundert, daß Herr Mann, wenn er nun einmal an der Rechtgläubigkeit Luthers zum Ritter werden wollte, seinen Aufsatz nicht anonym in die Oertelsche Kirchenzeitung hat einrücken lassen, etwa mit der Unterschrift: „Ein gewesener, aber reuig zur Mutter zurückgekehrter Lutheraner.“ — Bei dem Angriff Herrn Manns auf den Reformator fiel uns jenes Wort desselben ein: „Ei wie fein streite ich doch, ich liege zu Felde wider die Papisten, und denke, meine Brüderlein sind hinter mir und helfen: so zünden sie mir dieweil die Stadt an und morden alles, was drinnen ist . . . Wohlan allzusammen, wie ihr zusammen seid und zusammen gehöret, Teufel, Papisten und Schwärmer auf Einen Haufen: nur frisch an den Luther; ihr Papisten von vornen her, ihr Schwärmer von hinten zu, ihr Teufel von allen Enden dran, hetzt, jagt, treibt getrost, ihr habt das rechte Wild vor euch . . . Ich bitte aber um Gottes willen noch ein einziges mal, ist’s euch möglich, so seid mit dem Luther unverworren, es ist wahrlich der Luther nicht, den ihr jagt: ihr sollt und müsset und werdet des Luther’s Lehre lassen stehen und bleiben, wenn euer gleich zehen Welt auf einander wären.“ (Antwort auf des Königs in England Lästerschrift vom Jahre 1527. XIX, 513. ffl.) — Da wir dieses schreiben, kommt uns die Nummer des papistischen „Wahrheitsfreundes“ vom 15. d. M. zur Hand, darin der Redakteur die Mann’sche Polemik gegen Luther zu der seinigen macht, Wort für Wort. Wer dürfte auch das dem Papisten verdenken? Aber pfuy Schande dem „luth.“ Prediger, der dem Pabst Waffen liefert für Luthers Herz!