# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S88 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 88 Das modificirte Bekenntniß zu den Symbolen. talen und der spiritualistischen Alexandriner, der dyophysitischen Katholiker und der monophysitischen, wie nestorianischen Häretiker ꝛc.; so in den neueren der Orthodoxen und Pietisten, und so auch in neuesten. Mit Energie und Geschick vertritt z. B. die Parthei der sogenannten Kreuzzeitung und des Hallischen Volksblatts die Sache des Evangeliums dem Unglauben gegenüber, während dieselbe doch zugleich durch Amalgamirung des Christenthums mit craß und blind politischen Tendenzen und durch die jesuitische Art und Weise jener Sachführung die große Sache schändet und zum Theil verdirbt. Mit schärfsten und trefflichsten Waffen begegnet eine evangelisch theologische Fraction , deren Organ besonders die deutsche Zeitschrift für christliche Wissenschaft und christliches Leben und deren Koryphäe vor allen Dr. J. Müller ist, den pseudolutherischen un⸗ und antisymbolischen hierarchischen Prätensionen, während sie doch zugleich in unionistischem Prinzip die berechtigtsten Forderungen rein confessioneller Entwicklung mißachtet und höhnt. Und dasselbe freilich zeigt sich nun auch auf der anderen Seite, namentlich an vorliegender Schrift. Die Beschlüsse einer Stader Pastoralconferenz von 1853 hatten eine Denkschrift der theologischen Facultät in Göttingen veranlaßt, welcher ein einzelnes ausgezeichnetes Mitglied jener Conferenz nun hier antwortet. In sieghaftester Weise drängt der verehrte Vf. den Vorwurf zurück, „daß wir die lutherische Kirche des 17. Jahrhunderts restauriren wollten“ und rechtfertigt positiv zugleich die treue Stellung zum lutherischen Bekenntnisse gegenüber den Anmaßungen neugläubiger unionistischer Wissenschaft, mit provocirter Aufdeckung insbesondere aller darauf bezüglichen Blößen der theologischen Facultät zu Göttingen. In all diesem Bezug dürfte ein treuer Lutheraner dem Vf. ein macte virtute esto entgegenrufen. Und doch ist es nicht das einfache confessionelle Lutherthum, das er meint, sondern ein neues, nicht etwa blos fort⸗, sondern umgebildetes, von katholisirend puseyitischen Kräften und Tendenzen durchzogenes und darüber den Kern und Stern des reformatorischen Lutherthums, das allgemeine Priesterthum oder mit anderem Worte das königliche Wort von der Rechtfertigung, verschiebendes, verrückendes, theilweise vernichtendes, was er an dessen Stelle setzt. Zwar hebt der Vf. nachdrücklich hervor (S. 4.), daß „glücklicherweise die heutigen Lutheraner bei aller Verschiedenheit im Einzelnen eine wesentlich gleichförmige und compacte Masse bilden,“ und läßt insbesondere auch dem Ref., was derselbe innig dankbar anerkennt, seinen gut lutherischen Namen (S. 9. 57); so schonend und adiaphoristisch er aber die Divergenzen in der Amtsfrage auch zeichnet, so ist doch gerade die Unwahrhaftigkeit in der Würdigung dieses principiellen Kampfs ein Zeugniß davon, wie wenig adiaphoristisch auch ihm selbst dieser Kampf eigentlich ist. Wie hätte er daneben auch sonst (S. 9.) „den reformirten Spiritualismus nicht weniger weit von dem lutherischen Realismus abweichend finden können, als den katholischen Materialismus“; wie auch sonst die angeblich „tiefe Einheit der heutigen Lutheraner auf der Basis des gemeinschaftlichen Bekenntnisses, die durch alle jene Divergenzen nicht gestört wird“