# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das modificirte Bekenntniß zu den Symbolen. 87 Augustana.) Was erklären hingegen jetzt viele von denen, die sich in Widerspruch mit den Aussprüchen unserer Confessionen sehen, für das Unwesentliche in denselben? — Immer gerade das und so viel, als nicht Resultat ihrer eigenen Forschung ist; nicht nur, was darin zur zeitlichen, menschlichen Zuthat, zur Lehrform, sondern auch was zu dem Lehrstoff der Bekenntnißschriften gehört. Sie scheuen sich nicht, auf Treue gegen die Symbole der Kirche und auf Consens mit denselben Anspruch zu machen, obgleich sie darin ausgesprochene Lehren, den Lehrgehalt bestimmende Sätze, als irrig bezeichnen . Nicht genug also, daß sie behaupten, in dem von ihnen beschworenen Bekenntniß ihrer Kirche sei in Auslegung mancher Schriftstellen der gerade in diesen Stellen liegende Sinn des heiligen Geistes nicht immer getroffen, so gehen sie vielmehr so weit, der symbolischen Schrifterklärung es hie und da auch abzusprechen, daß sie überhaupt „dem Glauben ähnlich“ sei. Röm. 12, 7. In dem neuesten Quartalheft der Rudelbach⸗Guerick'schen Zeitschrift (in dem ersten dieses Jahrs) finden wir eine Hinweisung darauf, wie furchtbar sich das rächt, wenn diejenigen, welche die Vertreter der lutherischen Orthodoxie sein wollen, selbst nicht an den ganzen Lehrgehalt der Symbole gebunden sein wollen. Eine lutherische Pastoralconferenz in Stade hatte nehmlich die theologische Fakultät in Göttingen wegen deren antisymbolischer, unkirchlicher Richtung öffentlich angegriffen. Was geschah? Die genannte Fakultät wies darauf hin, daß ihre Ankläger mit ihr in gleicher Verdammniß seien, daß nehmlich auch diese die Freiheit, z. B. in der Lehre von Kirche und Amt, von den Symbolen abzugehen, in Anspruch nehmen. Somit ist denn den Waffen in diesem gerechten schönen Kampfe, dem die treuen Glieder der Kirche mit großer Hoffnung und Freude entgegen sahen, die Spitze abgebrochen . Es hat sich alsbald gezeigt, daß Lutheraner mit einem modificirten Bekenntniß zu den kirchlichen Symbolen vor ihren Feinden nicht stehen können. Wir können nicht umhin, unseren Lesern mitzutheilen, was hierüber Herr Professor Dr. Guericke bei Gelegenheit der Recension zweier Schriften hierüber schreibt. In dem genannten Hefte finden sich nehmlich folgende Anzeigen und Recensionen: 1. J. H. Wolff (Pastor in Hollern), Lutherische Antwort auf die Denkschrift der theol. Facultät zu Göttingen. Stade (Schaumburg ) 1854. 92 S. 10 Rgr. Wie schön wäre es in der Geschichte der streitenden christlichen Kirche, wenn in allen Phasen ihrer Kämpfe auf der einen Seite die lautere Wahrheit, auf der andern der compacte Irrthum stünde! Statt dessen aber nimmt vielfach auch die Wahrheit soviel von Irrthum an, behält auch dieser so viel von jener, daß die kirchliche Entwicklung meist als ein Reifen in Reibung der Einseitigkeiten sich darstellt. So in den alten Kämpfen der realistischen Occiden⸗