# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S86 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 86 Das modificirte Bekenntniß zu den Symbolen. haben wir nicht in Deinem Namen“ ꝛc. Ein solcher Zauberkünstler ist der Teufel. Daher sowohl Lehrer als Hörer wohl um den Geist der Unterscheidung zu bitten haben, damit wir uns vor den falschen Propheten recht vorsehen können. — Das modificirte Bekenntniß zu den Symbolen gegenüber den Rationalisten und Unionisten. So fröhlich und entschieden das Bekenntniß zu den Symbolen anfänglich von Seiten derjenigen war, die in neuerer Zeit nicht nur den Abgrund mit Schrecken erkannten, an welchen der Rationalismus geführt hatte, sondern sich auch den verrätherischen Umarmungen der Delila unserer Zeit, der Union, entwanden, so sehr hat sich bei nicht Wenigen jene erste heilige Freude an dem theuerwerthen Bekenntniß ihrer Kirche jetzt wieder abgekühlt. Man hatte zu früh triumphirt. Als man, das Bekenntniß den Feinden gegenüber geltend machend, nicht aber sich selbst erst in dasselbe vertiefend, eine, die bereits vorhandene kirchliche Lehrentwickelung ignorirende Schriftforschung anstellte, so geschah es, daß man, ehe man es selbst merkte, bald diese, bald jene antisymbolische Lehre bei sich Wurzel schlagen ließ. Als man den Gegensatz, in den man zu dem Inhalt des Bekenntnisses gerathen war, sich endlich eingestehen mußte: anstatt entweder sich durch Gottes erleuchtende Gnade zur Wahrheit zurückführen zu lassen, oder seinen Rückfall zu bekennen, suchte man sein Gewissen damit zu retten, daß man über die Verbindlichkeit der kirchlichen Symbole und über die, mit dem auf die Symbole geleisteten Eide übernommenen Verpflichtungen eine neue Theorie aufstellte. Man erklärte nehmlich, daß auch ein modificirtes Bekenntniß zu den Symbolen mit der denselben schuldigen Treue recht wohl bestehen könne. Wohl haben es nun allerdings die treuen Söhne unserer Kirche nie in Abrede gestellt, daß in den symbolischen Büchern das Wesentliche von dem Unwesentlichen wohl zu unterscheiden und daß der auf dieselben geleistete Eid nicht auf dieses, sondern auf jenes zu beziehen sei. Wohl waren nehmlich jene treuen Kinder der Kirche weit davon entfernt, irgend ein Gewissen an das binden zu wollen, was in den Symbolen zeitliche, menschliche, und darum unvollkommene, gebrechliche Form ist. Sie rechneten es keineswegs zur wahren kirchlichen Treue, daß man jede in den Symbolen gegebene in das Gebiet der Geschichtsforschung fallende Bemerkung und Anführung für historisch kritisch unumstößlich constatirt halte, wenn z. B. darin ein Augustinus als Autor der Hypognostica, ein Ambrosius als Verfasser der Schrift De vocatione gentium citirt werden, u. dergl. (Man vergleiche Reineccius' Anmerkungen zu Art. 6. 18. u. 20. der