# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Probe und Prospektus ꝛc. 85 des Gerichts, wenn das Verborgene der Herzen offenbar werden wird, Rom. 2, 16. jene Gaukler kaum zu sagen wagen: „HErr, HErr, haben wir nicht in Deinem Namen“ ꝛc. Deßhalb scheint der erstere Sinn besser zu dem Zusammenhang zu passen. — Auch das ist kürzlich zu bemerken, was für Strafen Christus hier den falschen Propheten droht, wenn er spricht: „ein jeglicher Baum, der nicht gute Frücht bringt“ ꝛc. und „dann werde ich ihnen bekennen ꝛc.“ Diese Drohung wird nämlich den Aposteln vorgehalten: 1, daß sie mit Gottesfurcht unter ernstem Anrufen Gottes die Pflichten ihres Amtes treulich und redlich erfüllen möchten. Denn eben von denen, die im Namen Christi geweissagt und viele Thaten gethan haben, werden viele nicht bestehen, sondern falsche Propheten werden, die ausgehauen und ins Feuer werden geworfen werden. 2, wird diese Drohung den Aposteln auch deswegen fürgehalten, daß sie sich nicht, auf jene Gaben, die zum Amt und zur gemeinen Erbauung der Kirche gehören, verlassen, stolz darauf werden und Glauben und Gottseligkeit vernachlässigen. Denn viele, die sich jener herrlichen Gaben I. Cor. 12, 8 ꝛc. wirklich rühmen können, werden, weil sie den rechten Glauben, der durch die Liebe thätig ist, vernachlässigen, am Tage des Gerichtes hören müssen: „ich hab euch noch nie erkannt, weichet !“ (Doch auf diese Lehre werden wir im folgenden Stück, da wir von dem todten Glauben eines bloß äußerlichen Bekenntnisses handeln werden, zurückkommen.) Lieblich und nützlich ist auch die Bemerkung, wie treffend Christus, indem er von den falschen Propheten redet aus dem 9. Vers des 6. Psalms das Wort „Uebelthäter“ anzieht; denn dort steht im Grundtext ein Wort, dessen Wurzel Lust bedeutet, und damit in den Propheten alle Traditionen der Lehre und des Cultus bezeichnet werden, die ohne oder wider Gottes Wort aus eigner Wahl oder Andacht ersonnen und aufgerichtet werden. Ganz passend wird nun dieses Wort auf das Urtheil über die falschen Propheten angewendet, die wider ihr Gewissen, aus Sucht zu täuschen, falsches lehren und vertheidigen. Denn Dieser Gericht ist schwerer. Die aber geeifert haben, jedoch ohne Verstand , denen läßt zwar Christus, daß sie Arbeiter seien, d. h. daß sie mit großem Eifer für ihre Lehre vieles thun und leiden. Weil sie aber böse Arbeiter (Uebelthäter) sind, d. i. weil ihre Lehre und Cultus ohne und wider Gottes Wort aus Menschenfündlein oder eigner Einbildung entstanden sind: so sagt Christus zu ihnen: „ich habe euch noch nie erkannt“ ꝛc. Sprechen sie aber: wir sind doch Arbeiter? Wohl, aber böse Arbeiter (Uebelthäter), deren Urtheil Ps. 6, 9 geschrieben steht. Dieses Wort scheint auch Paulus haben wiedergeben wollen, wenn er die falschen Apostel II. Cor. 11, 13. „trügliche“ und Phil. 3, 2. „böse Arbeiter“ nennt. — Es gibt also falsche Propheten, die nicht bloß andern, sondern sich selbst so tief unter den Schafskleidern verborgen sind, daß sie selbst nicht erkennen, daß sie Falsches lehren, so daß sie sich an jenem Tage verwundern dürften, daß sie verworfen werden: „HErr