# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S80 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 80 Probe und Prospektus ꝛc. Eintracht der ganzen Welt unter dem Messianischen Reich. Denn dahin drehten sie die Worte Jes. 11, 6: „Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen, und die Pardel bei den Böcken liegen“ ꝛc. Da sah denn Christus vorher, daß sich viele über den Streitigkeiten in der Kirche an der Uneinigkeit und Zwietracht so stoßen würden, daß sie darüber würden entweder seine Lehre verdammen oder das Amt niederlegen. Solchen Träumen und Anstößen nun setzt Christus diese Ermahnung entgegen und sagt vorher, daß, wo die heilsame Lehre gelehret wird, daß da auch viele falsche Propheten sein würden. Dies geschieht jedoch nicht aus Schuld der Lehre, sondern durch die Leichtfertigkeit und den Muthwillen menschlicher Natur, der vom Teufel wegen seines Hasses gegen den Sohn Gottes und die Kirche angeregt und zugerichtet wird, Fälschungen der reinen Lehren zu ersinnen. Er will also, daß, wenn solche Streitigkeiten in der Kirche entstehen sollten, seine Apostel nicht in Unruhe geriethen, sondern erinnert sie zuvor, wie sie in ihrem Amt zu erwarten hätten, daß sie nicht allein unter den Hörern viele Säue und Hunde entdecken, sondern auch unter ihren eignen Amtsbrüdern viele falsche Propheten finden würden, welche Paulus falsche Brüder und trügliche Arbeiter nennt. 2, lehrt diese Schlußrede, daß es zum Amt der Diener des Wortes gehöre, nicht nur das Wahre und Heilsame zu lernen, vorzutragen und zu lehren, sondern auch die Fälschungen, die wider die reine Lehre streiten, zu kennen, zu mißbilligen und zu widerlegen, damit doch ja die Schafe die rechte Stimme hören und erinnert werden, die fremde zu fliehen. Denn es ist der Apostel Pflicht: nicht blos sich selber vor der Ansteckung und Verführung zu falscher Lehre zu hüten, sondern Ezech. 3, 17 heißt es auch: „ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel“, die falschen Propheten anzuzeigen und zu widerlegen, damit nicht die Schafe unverwarnt aus Einfältigkeit verführt werden, denn ich will das Blut der Schafe von deiner Hand fordern. Deshalb gebraucht der HErr Christus hier den Ausdruck: „sehet euch vor“ .... Und Paulus A. G. 20, 28 macht eine schöne Erklärung darüber, als spräche er: die Schafe sind einfältig, achtlos und unvorsichtig; deshalb hat euch Prediger der h. Geist zu Bischöfen, d. i. zu Aufsehern gesetzt, daß ihr Acht haben sollt auf euch selbst und auf die ganze Herde, damit sie nicht etwa den Wölfen zur Beute werde. Und weil er die Apostel lehrt, sich vor den falschen Propheten vorzusehen, so ist gewiß, daß er ihnen auf ihre Bitte den h. Geist geben wolle, damit sie dieselben erkennen und sich so vor ihnen hüten könnten, wie es im Predigtamt erheischt wird. 3, erinnert dieser Schluß der Bergpredigt, daß diejenigen, die im Amte sind, nicht sicher und nachlässig sein, sondern in Gottesfurcht und unter ernstlicher Anrufung Gottes ihr Amt verwalten sollen, damit sie nicht Werkzeuge des Teufels werden. Denn aus ihnen selbst würden viele falsche Propheten aufstehen, wie Paulus A. G. 20, 30 diesen Spruch erklärt. Und viele, die im Namen Jesu geweissagt und Zeichen gethan haben, werden am Tage des Gerichts hören müssen: „ich habe euch noch nie erkannt“ ꝛc. Man merke nur auf die Ein-