# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 74 Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. lutherischen Prädikanten. Und wo er sich zeigt, soll man die alten siegreichen Waffen von neuem gegen ihn kehren. 7. Wir erwarten nicht, daß man allerseits mit unserer „positiven“ Lehre von Amt und Kirche zufrieden sein werde. Können aber darin, daß man nicht allerseits damit zufrieden ist, noch keinen Beweis finden, daß sie falsch sei. Haben wir nachgewiesen, und ich bin der Meinung, wir haben's, daß unsere auch positive Lehre von Kirche und Amt in den symbolischen Büchern wie in den Schriften der großen Dogmatiker bezeugt ist, so ist sie eben für alle Lutheraner „lutherisch“ und richtig. Wie viele andere, die sich lutherisch nennen, dawider sind, kann uns nicht irren. 8. Naiv behauptet, aber schlecht bewiesen ist es, wenn Herr Pf. Löhe aus der jetzt herrschenden Meinungsverschiedenheit den Beweis ziehen will, „daß auch die symbolischen Bücher nicht so entscheidend gelehrt haben, daß Meinungsverschiedenheit in der Kirche unmöglich geworden wäre. Man könnte dies eben so gut wie die Papisten von der Schrift behaupten, und es wäre ein wohlfeil erlangter Beweis, wenn man mit ihnen fragte: „Woher sonst die Verschiedenheit?“ 9. Eben so wunderlich ist es, von den Führungen der lutherischen Kirche, die die Ausführung der Prinzipien hinsichtlich Gemeindeverfassung zu Luthers Zeit unmöglich machten, auf die Falschheit der Prinzipien selbst zu schließen. Was haben denn die Führungen der Kirche mit der Richtigkeit oder Unrichtigkeit des Prinzips zu thun? Wenn ein Prinzip auch nie zur Ausführung käme, wäre es darum falsch! Wenn Löhe selbst bekennen muß, daß er „auf seinen letzten Prinzipien keine Gemeine hat organisiren können, sondern alles in die Hände seines summi episcopi und dessen Consistorii muß übergehen sehen," will er damit auch eingestehen, daß seine Prinzipien falsch sind? Luther hat freilich vieles Verkehrte sehen und dulden müssen, weil wohl das Wort wieder auf dem Plan war, aber das Leben nicht nach wollte, hat er aber darum seine Lehre, auch die von Kirche und Amt widerrufen? Man lasse sich doch das einfältige unpartheiische Auge durch einmal gefaßte Lieblingsideen nicht trüben. 10. Es wäre wünschenswerth, wenn Herr Pf. Löhe seinen Lesern nachwiese , worin eigentlich der Unterschied zwischen seiner Redeweise und der eines Rationalisten bestehe, wenn es den Punkt der Symbole betrifft. Wie dieser — wenigstens noch in der guten alten Zeit des rationalismus vulgaris — aus den symbolischen Büchern auch den Satz von der Klarheit und Deutlichkeit der heiligen Schrift herausnahm, um damit, wenn auch auf etwas andere Weise, als Herr Pf. Löhe, die symbolischen Bücher selbst und ihre Verbindlichkeit aus dem Wege zu räumen, so macht's auch Herr Pf. Löhe. Er nimmt auch denselben Satz heraus, und „huldigt nun der Schriftforschung," hofft auch von der Schriftforschung „den Triumph der Symbole“ — oder wohl gar eine „Berichtigung derselben, wodurch die symbolischen Entscheidungen nur herrlicher und segensreicher werden können.“ Berichtigte Symbole! — Alles