# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S73 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. 73 Väter aufs höchste verabscheuen. Ja wir sehen nicht ab, warum dieser Satz nicht auch auf die Römische und andern Secten sollte ausgedehnt werden. Denn bei jeder Secte wird sich irgend etwas finden, worin, wenigstens dem Wortlaut nach, sich ein Consensus nachweisen ließe. Die Symbole entscheiden , was Lutherisch und nicht Lutherisch ist, und Lutheraner, weil sie eben aus Gottes Wort überzeugt sind, in ihren Herzen und christlichen Gewissen, daß die Symbole in Gottes Wort wohl gegründet sind, finden in ihnen den eignen Ausspruch ihres Zusammenhanges mit der alten Kirche sowohl, als mit der Lutherischen Kirche aller Orten und Zeiten. 5. Nicht dadurch wird also die Kirche aufgelöst, wenn man das „Quia“ in seiner ganzen Strenge festhält, und auf den ganzen Lehrinhalt der Bekenntnißschriften ausdehnt, sondern dadurch, daß man einen jeden Freiheit läßt, sich dasjenige auszusuchen, worauf er das „Quia“ beziehen will, anderes aber für etwas „Gelegentliches," was im „Verlauf nur so mit aufgetaucht“ sei, zu halten. Damit würden wir den Symbolen widersprechen, daß „zu gründlicher beständiger Einigkeit in der Kirchen vor allen Dingen von nöthen sei, daß man einen summarischen einhelligen Begriff und Form habe, darinnen die allgemeine summarische Lehre, darzu die Kirchen, so der wahrhaftigen christlichen Religion sind, sich bekennen, aus Gottes Wort zusammengezogen, wie denn die alte Kirche allewege zu solchem Gebrauch ihre gewissen Symbole gehabt, und aber solches nicht auf Privatschriften, sondern auf solche Bücher gesetzt werden solle, die im Namen der Kirchen, so zu Einer Lehre und Religion sich bekennen, gestellt, approbirt und angenommen sind.“ (Conc. pag. 889 fgg.). Die Kirche mit ihrer einhelligen Lehre würde eben dadurch in ein wüstes Sectenhaus verwandelt, und so man einem jedem solche Freiheit unter dem Namen „Lutherische“ auszuüben zugestände, die einfältigen Schäflein Christi den Füchsen und Wölfen preisgegeben werden. Dabei wird den alten Zeugen der Wahrheit, die etwa in diesem oder jenem Stück sich nicht gerade Kirchlich genau ausgedrückt, mit nichten die Kirchliche Treue abgesprochen. Denn ein anderes ist es, das „Quia“ gegen gefährliche und frevele Lückenbrecher festzuhalten, ein anderes es zu einer Inquisitionsformel zu machen, um über alte Zeugen zu Gericht zu sitzen, die längst in der Herrlichkeit thronen. Daß das „Quia," wie auf alle in den Symbolen vorkommenden Lehrsätze ohne Unterschied, so auch auf alle Begründungen einer Lehre — nemlich auf das Formelle — sich erstrecken müsse, wird kein Lutheraner behaupten, obgleich er dabei dennoch bei dem Respect, den er vor der Erkenntniß und der Frömmigkeit der Väter hat, sehr behutsam sein wird, seine Weisheit und Einsicht alsobald über die der Väter zu setzen. 6. Dieselben Aussprüche der Symbolischen Bücher, welche zur Bekämpfung der Römischen Irrlehre über Kirche und Amt zur Zeit der Reformation gültig waren, sind's auch heute noch, wenn dieselben Irrlehren in der lutherischen Kirche auftauchen. Denn der Papst mit seinen antichristischen Ansprüchen sitzt nicht allein im Vatikan zu Rom, sondern zuweilen auch im Herzen der