# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S72 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 72 Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. weil wir wie sie, und nicht um ihretwillen, „unsers christlichen Bekenntnisses und Glaubens aus göttlicher, prophetischer und apostolischer Schrift gewiß und dessen durch die Gnade des heiligen Geistes in unsern Herzen und christlichen Gewissen genugsam versichert sind." (cf. Conc. pag. 891. Praef. Elect. p. 24.). Uebrigens, und eben darum sehen wir 3. nirgends in den Symbolischen Büchern eigentliche „Entscheidungen". Denn das ist eben lutherisch, keinen Menschen, und sei es der größte und herrlichste , zum Schiedsrichter über das, was geglaubt, und nicht geglaubt werden müsse, anzunehmen. Gottes klares untrügliches Wort ist darüber allein Schiedsrichter . Die Männer, welche die Bekenntnißschriften abgefaßt, hatten kein ander Werk zu verrichten, als den gemeinsamen Verstand göttlichen Worts und den Glauben der „gereinigten Kirchen," wie er bereits bei Gelehrten und Ungelehrten , Kindern, Weibern und Fürsten vorhanden war, in eine Summa zusammen zu fassen und zu bekennen, um einerseits sich dadurch loszusagen von allen Irrthümern des Papstthums und anderer Secten, andrerseits ihre Uebereinstimmung mit der „Schrift, dazu auch allgemeiner christlichen, ja so viel aus der Väter Schriften zu vermerken, Römischer Kirchen" zu bezeugen. (cf. Conc. p. 807. 810. 895. 722. 891. 29.). Darum heißts auch gleich im Anfang der Augsburgischen Confession: „Erstlich wird einträchtiglich gelehrt und gehalten." (Ecclesiae magno consensu apud nos docent.) 4. Wenn daher Herr Pf. Löhe sagt: „Man wird weise nur thun, wenn man den Consens der lutherischen mit der alten Kirche, so weit er da ist, und den Consens der lutherischen Kirchen unter einander, so weit er da ist. festhält," so haben unsere Väter eben diesen Consensus mit der alten Kirche, der sich ja allezeit bei allen Gläubigen gefunden hat, und sich finden muß, im Namen der sogenannten lutherischen Kirchen, zum Zeugniß in den Symbolischen Büchern ausgesprochen, und wir thun dasselbe in unserer Zeit, indem wir durch einfältiges Festhalten an dem ganzen Lehrinhalt derselben mit ihnen uns zu der allgemeinen christlichen Kirche, wie zu allen wahrhaft Lutherischen Kirchen, ihre Lehre und ihrem Glauben bekennen. Wenn aber durch die betonten Worte: „So weit er da ist," ausgesprochen sein soll, daß eigentlich kein völliger Consensus in der Lehre zwischen der Lutherischen Kirche und der alten, so wenig wie unter den verschiedenen Lutherischen Landeskirchen Statt gefunden habe, noch Statt finde, so verweisen wir eben auf die Symbolischen Bücher selbst als den Ausdruck und das Zeugniß dieses völligen Consensus, und warten getrost, daß uns ein Irrthum darin aus Gottes Wort nachgewiesen werde. So lange das nicht geschieht — und es wird nimmermehr geschehen — bleiben die Symbole, für alle die einfach und einfältig daran festhalten, ein Beweis und Zeugniß ihres Glaubens, den sie mit allen Gläubigen aller Zeiten und Orten gemein haben. Sollen die Worte aber außerdem noch so viel bedeuten, daß man einen jeden glauben lassen soll, was er will, und ihn doch für Lutherisch halten, so erkennen wir darin einen groben Indifferentismus und Syncretismus, den wir, wie unsere