# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S71 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. 71 den Tag, daß, was die Brüder Schattenseite nennen, Licht, und manches, was sie Lichtseite nennen, doch nicht Licht ist. Unser Trost aber ist, daß wir allewege mit unsern lieben amerikanischen Brüdern einig sind, so weit die Symbole entschieden haben. Ist ihnen unser Handschlag bei ihrer Richtung nicht brüderlich, wie wir aber doch hoffen; so wollen wirs liebend und betend tragen bis es anders wird. * * * Es sei mir erlaubt, einige Bemerkungen hinzuzufügen: 1. Gibt Herr Pf. Löhe das als den Unterschied der beiden Richtungen an, daß wir mit unsern Vätern fest glauben, daß unsere Symbole „aus Gottes Wort genommen, und darinnen fest und wohl gegründet sind," die Brüder drüben aber nur hoffen, bei einer gründlichen Schriftforschung dasselbe auch noch zu finden, wir also Lutheraner sind, sie es noch zu werden hoffen, so können wir unsrerseits mit diesem Urtheil zufrieden sein. Wie freilich die Brüder bei solchem Stand gegen die Symbole ihr Gewissen beruhigen, das wird uns schwer einzusehen, und daß sie einen großen Anhang haben, die an ihnen die recht echte lutherische Kirche concentrirt und dargestellt wähnt, dauert uns. 2. Daß wir die Symbole nach den Privatschriften Luthers, und der großen Dogmatiker des 16. Jahrhunderts lesen, geben wir nicht zu, in dem Sinne, wie es Herr Pf. Löhe von uns behauptet. Im Gegentheil haben wir selbst in dem von ihm angezogenen Excerpt ausdrücklich bezeugt, daß unsere Symbole keiner besondern Erklärung bedürfen. Denn Gott sei Dank, sie sind nicht auf Schrauben gestellt. Man hat es im Gegentheil bei ihrer Abfassung recht darauf abgesehen, daß sie rund und rein, offen, klar und ohne heimlichen Hinterhalt herausreden, was und wie sie's meinen. Jedem Mißverstand, jedem Versteckenspielen der Unlauterkeit ist möglichst vorgebeugt. Eben so wenig bedürfen sie einer Ergänzung, denn die darin ausgesprochenen Lehrsätze sind nicht allein klar, sondern auch vollständig nach thesis und antithesis. Gegen falsche Auslegungen berufen wir uns freilich auf Luther, weil wir ja mit den Symbolischen Büchern selbst nicht leugnen können, daß sie „die Summa und Vorbild sind der Lehre, welche Dr. Luther seliger, in seinen Schriften aus Gottes Wort wider das Papstthum und andere Secten stattlich ausgeführt, und wohl gegründet hat," und sie sich selbst „auf dessen ausführliche Erklärungen in seinen Lehr⸗ und Streitschriften bezogen haben wollen." (cf. Conc. ed. Reinecc. Leipzig 1735, pag. 808. 893.). Der Zeugnisse und Lehrentwickelungen der großen Dogmatiker des 16. Jahrhunderts freuen wir uns, lassen uns gern von ihnen den in unsern Symbolen enthaltenen Reichthum weiter aufdecken und ausbreiten, und wie auf Luther, berufen wir uns auf sie zum Ueberfluß nur falschen Auslegungen der Symbole gegenüber, als auf eine Kette von Zeugen, daß wir den richtigen Sinn unserer Bekenntnisse in Uebereinstimmung mit unsern Vätern festhalten und lehren. Mit ihnen glauben, lehren und bekennen wir, wie unsere Symbole,