# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. gäben wir damit auch unsern Charakter als Lutheraner auf und stellten uns so ziemlich in die Reihe der Rationalisten, die auf das quatenus dringen, welche Form der Anerkennung aber wohl auf die Beschlüsse des Tridentinischen Concils oder der Dortrechter reformirten Synode und dergleichen, aber nicht auf unser Bekenntniß anzuwenden ist. Gott schenke uns doch Gnade, daß wir erst recht kindlich zu den Füßen unserer Väter sitzen, die fürwahr ein viel größeres Maaß der Erleuchtung des heiligen Geistes über die Lehre des Evangeliums hatten als wir, und von ihnen lernen, in den Zusammenhang ihrer Lehre eindringen, ehe wir daran gehen, andere zu lehren und einzelne herausgezwackte Schriftstellen wider diesen Zusammenhang auf etwa vorhandene Lieblingsphantasien vom wahren Luther= und Kirchenthum zu drehen; denn dadurch können wir auch innerlich leicht von der Einfältigkeit in Christo verrückt werden und in der Ausbreitung solcher, vermeintlich aus der Schrift genommenen Fündlein auf allerlei menschliche Mittel gerathen. Was weiter im Blatte folgt, gehört weniger hieher, ist aber zum Theil recht traurig, sofern es eine Todesnachricht enthält. Der treue Pastor Otto Eißfeldt, der das Panier Christi und der Missourisynode auch in die Grenzen der Missourisynode getragen hat, ist gestorben. Das Blatt No. 26 ist der Hauptsache nach auch ein recht trauriges Blatt. Neben andern Aufsätzen, welche das große Leben der Synode Missouri bezeugen und beweisen, enthält es ja die Grabrede des seligen Pastors Eisfeldt und eine noch viel traurige Mittheilung über den Abfall der Indianergemeinde Shebahyonk nicht bloß von der Missourisynode, sondern auch von Christo. Wir können uns nicht enthalten, den traurigen Aufsatz in unserer nächsten Nummer abdrucken zu lassen. Er kann uns recht in Betrachtung und Gebet einführen. Was nun aber die Hauptsache anlangt, um deren Willen wir diese Uebersicht der neuesten Blätter des Lutheraner gegeben haben, — nämlich den Unterschied der amerikanisch= und der deutsch=lutherischen Richtung; wollen wir, unnützen Streit zu vermeiden, ehe wir unsere wenigen, aber zur Sache vielleicht hinreichenden Bemerkungen geben, gar nicht leugnen, daß die Bezeichnung „amerikanisch=lutherisch — und deutsch=lutherisch“ auch beanstandet werden kann. Wir halten er allerdings für deutsch, neben dem, daß wir es für christlich halten, so zu gehen, wie die von uns sogenannte Richtung, aber wir fangen keinen Streit an, wenn irgend wer sich an den Ausdruck hängen und darthun will, daß echt deutsch die entgegengesetzte Richtung sei, die wir „amerikanisch=lutherisch“ genannt haben. Sollten wir nun die beiden Richtungen hüben und drüben kurz und einfach bezeichnen, so kann es ganz einfach so geschehen: hüben liest man die Symbole nach der Schrift, drüben liest man die Schrift nach den Symbolen, wenn nicht schon das ein wenig zu viel gesagt ist, denn die amerikanischen Brüder lesen die Symbole hinwiederum nach ihren Gewährsleuten. Es kann diese