# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1855_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Eine Erklärung Herrn Pfarrer Löhe's ꝛc. und mehr Lichtseiten hervortreten, so gehen wir keinesweges von dem Grundsatze gewisser hiesiger Theologen aus, daß Friede und Verträglichkeit un= ter den Theologen in Absicht auf Lehrdifferenzen eine Lichtseite einer Kirche sei. Vielmehr rechnen wir gerade dies mit zu den mehr und mehr hervortretenden Lichtseiten der vaterländischen Kirche, daß eben jener Friede, jene Verträglich= keit, jene Scheu vor einem Kampfe, der der Gemächlichkeit und der Traulichkeit des Zusammenlebens, Essens und Trinkens störend entgegen tritt, auch drüben fast allenthalben zu schwinden beginnt. Als die schönste Lichtseite erscheint uns aber dies, daß man in Deutschland jetzt mehr und mehr zu der Einsicht kommt, wie man gerade von Seiten derjenigen, welche bisher für die Vertreter der lutherischen Rechtgläubigkeit gegolten haben, allmählich das Vorbild der alten lutherischen Lehre verläßt und seine Richtung nach Rom nimmt und daß man nun dagegen in die Schranken tritt, und unangesehen welche hohe Auctoritäten der Gegenwart dadurch angegriffen werden, für das gefährdete theure Erbe der Väter immer entschiedener kämpft.“ Endlich enthält das Blatt noch einen Aufsatz: „Dr. Rudelbach über die Ordination. Noch eine Schattenseite der deutschlu= therischen Kirche.“ Bezeichnend für diesen Aufsatz ist folgende Stelle. „So beklagenswerth es nun ist, daß es hiernach Herr Dr. Rudelbach selbst öffentlich kund gethan hat, daß er nicht mehr zu den Theologen gerechnet sein will, die sich ohne Rückhalt und Einschränkung zu der ganzen in den Be= kenntnissen unserer Kirche niedergelegten Lehre bekennen, so ist doch Gott zu prei= sen, daß dieser theure Mann, von dem vielleicht alle bedeutenderen Theologen un= serer Kirche gelernt haben, sich seine stets bewiesene Geradheit und Aufrichtigkeit bewahrt und es daher verschmäht hat, durch unredliche Auslegungskünste den Sinn unserer Symbole zu verdrehen, seine Ansichten hineinzudeuten und so nur immer größere Verwirrung anzurichten.“ No. 23 enthält einen Aufsatz von P. Hoyer über den rythmischen Gesang in der christlichen Kirche; ferner einen Aufsatz „Zur Geschichte der am 2. August v. J. zu Leipzig abgehaltenen Conferenz.“ Derselbe ist Auszug eines deutschen Briefes, welcher zeigt, „daß weder die Stimme der Conferenz auch die Stimme des lutherischen Deutsch= lands war; noch alle Conferenzmitglieder, welche nicht förmlich protestirt haben, auch beigestimmt haben; noch endlich alle Conferenzmitglieder, welche beigestimmt haben, dies zufolge einer falschen Lehre von Kirche und Amt gethan haben.“ Nach diesem Aufsatz folgt ein kleinerer unter dem Titel „Berichtigung,“ welcher aus Ehler's Kirchenblatt abgedruckt ist, und eine Auffassung der in Breslau mit Grabau und v. Rohr gepflogenen Ver= handlungen verneint, welche die genannten Brüder ihnen nicht gegeben wissen wollen. Das Doppelblatt No. 24 und 25 enthält 1. die „Antwort auf die von der Leipziger Conferenz an die Synode von Missouri,