# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S64 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 64 Neuer Friedensantrag. lungswürdige Sammlung der Werke Luthers ist die Jenaische vom Jahre 1555—1558 in 8 Foliobänden, die deutschen Schriften Luthers enthal= tend, wozu noch die zwei in Eisleben gedruckten Supplementbände in Folio vom Jahre 1564—1565 gehören. Auch in dieser Ausgabe aber fehlen die Postillen, die Tischreden und die ursprünglich lateinisch geschriebenen Bü= cher, welche letzteren in einer besonderen Ausgabe ebenfalls in Jena, 1556— 1558 in 4 Folianten erschienen sind. — Die zuletzt zu empfehlende Ausgabe ist die zuerst herausgekommene deutsche Wittenbergische in 12 Folio= bänden vom Jahre 1539—1558. Sie ist zwar in mancher Beziehung voll= ständiger, als die Jenaische, denn sie enthält die lateinischen Hauptwerke in deutscher Uebersetzung, es kommen aber darin einige, wenn auch nicht wesent= liche, Weglassungen zum Zweck einer Lehrverfälschung vor.*) Auch in Wit= tenberg sind übrigens Luthers lateinische Werke besonders ausgegangen in den Jahren 1545—1558 in 7 Folianten. Unser schließlicher Rath ist dieser, daß diejenigen, welche eine der kostspieligeren Ausgaben der Werke Luthers nicht kaufen können, dennoch nicht unterlassen, sich entweder die Altenburgische, oder Wittenbergische, oder Jenaische anzuschaffen, da das darin Fehlende nach und nach durch Ankauf einzelner Bände der Erlangischen Ausgabe ergänzt werden kann. (Fortsetzung folgt.) Neuer Friedensantrag. In der Nummer des „Informatorium“ vom 1. Februar d. J. findet sich eine sogenannte, von Past. von Rohr „im Auftrag“ unterzeichnete „abgedrun= gene Berichtigung der Antwort des Präses der Synode von Missouri, auf die an dieselbe gerichteten Ermahnungen der Leipziger und Fürther Conferenz, nebst erneuertem Anerbieten zu christlicher Versöhnung.“ Und zwar schließt die „Berichtigung“ wirklich mit den Worten: „Der barmherzige Gott segne dieß Friedensanerbieten“ ꝛc. Die ersten Worte aber dieses angeblichen Friedensinstrumentes sind die zum Motto ge= wählten Worte aus Ps. 4, 3.: „Lieben Herren, wie lange soll meine Ehre ge= schändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb, und die Lügen so gerne?“ — Wir als Herausgeber glauben mit der Mittheilung dieses in Betreff jenes Schreibens unsere Pflicht gethan zu haben. Anfang und Schluß sind zu charac= teristisch, als daß nicht der Leser schon daraus den Geist, der das ganze Docu= ment durchweht, sich selbst erschließen könnte. *) Einige unbedeutende Unrichtigkeiten haben sich übrigens auch in die Jenaische Ausgabe eingeschlichen; das Bedeutendste davon ist eine unrichtige Darstellung der Verhandlungen Luthers mit Carlstadt in Orlamünde, die wahrscheinlich von einem Uebelwollenden abgefaßt ist. Sonst sind diese Unrichtigkeiten, sowohl in der Wittenberger als in der Jenaischen Edi= tion von den Verlegern aus Brodneid ärger gemacht worden, als sie in der That sind.