# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 63 denen irgend eine andere Ausgabe Lutherscher Schriften eingeführt worden ist, enthält. Ein 3. Vorzug ist, daß die Walchische Ausgabe alle von Luther ur= sprünglich lateinisch geschriebenen Werke in (allerdings mit einigen Ausnah= men) guter deutscher Uebersetzung gibt. Ein 4. Vorzug ist, daß diese Aus= gabe eine gedrängte, mit Realien reich ausgestattete Darstellung des Lebens, des Werkes, der Verdienste, der Gaben, der Eigenthümlichkeiten Luthers, so= wie der Angriffe und Rechtfertigungen, die derselbe von Feinden und Freun= den erfahren hat, mit in sich faßt. Ein 5. Vorzug ist ein darin befindliches s. g. Vergleichungs-Register, durch welches man in den Stand gesetzt ist, die aus den andern Ausgaben mit Angabe der Seitenzahl citirten Stellen ohne mühsames Suchen in der Walchischen zu finden. Allerdings wird diese Aus= gabe immer seltener und daher der Preis derselben höher. Dieses unvergleich= liche Werk, durch dessen mit unglaublicher Mühe bewerkstelligte Herausgabe allein sich der theure selige Walch unsterbliche Verdienste um die christliche Kirche erworben hat, ist aber auch eines größeren Geldopfers wohl werth, wo ein Prediger dasselbe zu bringen nur irgend im Stande ist. Ein Prediger, der es besitzt, kann mitten im Urwald darin wie in einem Paradiese lustwandeln. — Die zunächst zu empfehlende Ausgabe ist allerdings die Erlangische, die sich außer den oben namhaft gemachten zwei wichtigen Vorzügen noch durch beispiellose Wohlfeilheit selbst empfiehlt.*) Vielleicht entschließt sich die be= treffende Verlagshandlung, die bis jetzt nur in lateinischer Sprache gegebenen Schriften (z. B. die Auslegung des 1. Buch Mose und des Briefes an die Galater; die Schriften: Von der babylonischen Gefängniß der Kirche; Daß der freie Wille nichts sei ꝛc.) auch in deutscher Uebersetzung noch zu geben; dann würde diese Ausgabe die Walchische auch für diejenigen, welche der la= teinischen Sprache nicht kundig sind, einigermaßen fast ersetzen. — Die nächst beste und zunächst zu empfehlende Ausgabe ist die Leipziger in 23 Folio= bänden, in den Jahren 1729—1740 erschienen. Dieselbe enthält auch alle wichtigen ursprünglich lateinisch geschriebenen Werke Luthers in deutscher Ueber= setzung, auch die Postillen; die Tischreden fehlen jedoch noch darin. Die Aus= gabe ist durchaus preiswürdig und wird nur durch Walch's werthvolle intro= ductorische und documentarische Zuthaten und durch die größere Vollständigkeit der Erlangischen übertroffen, wiewohl die Leipziger vor dieser für Viele noch voraus hat, daß sie eben die lateinischen Originalschriften deutsch gibt. — Die nächst vollständigste ist die Altenburgische in 10 Foliobänden von 1661 —1664. Auch diese enthält schon die lateinischen Original-Hauptschriften in deutscher Uebersetzung; ihr fehlen aber noch außer den Tischreden auch die Po= stillen. Die darin befolgte chronologische Ordnung ist bei dem Fehlen kritischer isagogischer Bemerkungen ein Vorzug dieser Ausgabe. — Die nächstempfeh= *) Nach einer neulich im „Lutheraner“ gegebenen Nachricht läßt die Verlagshandlung in Erlangen und Frankfurt am Main die aus 64 Bänden bestehende nun vollendete Gesammt= ausgabe der deutschen Werke Luthers für 21½ preuß. Thaler ab und läßt bei Abnahme von Parthien von 25 bis 50 Exemplaren noch eine Preisermäßigung eintreten.