# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S59 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. 59 werden wir jedoch nicht unterlassen, rücksichtlich größerer Brauchbarkeit des einen Werkes vor anderen derselben Gattung einen Fingerzeig zu geben; und selbst was die Schriften erster Classe betrifft werden wir hie und da ein „Entweder Oder" setzen, wenn wir fürchten müssen, daß die Beschaffung des einen oder anderen Werks schwieriger sein möchte. Die dabei von uns befolgte Reihenfolge soll den nach unserer Ueberzeugung relativ größeren oder minderen Werth oder doch die für die hiesigen Verhältnisse relativ höhere oder geringere Unentbehrlichkeit und Brauchbarkeit andeuten. Wenn wir nun ferner die Bücher der verschiedenen drei Classen, mit Ausnahme des ersten Faches nach den Hauptdisciplinen, je in sechs Fächer vertheilen und zum Theil auch diese Fächer nach den Theilen, in welche die Hauptdisciplinen zerfallen, rubriciren, so lag dieß in der Natur der Sache und erforderte dieß die nöthige Uebersichtlichkeit eines so bröcklichen Stoffs, als die Bücherkunde darbietet. Noch bemerken wir, daß wir, um eine relative Vollständigkeit zu erzielen, selbst manches von dem mitaufnehmen werden, was innerhalb des Kreises unserer Leser als allgemein bekannt angenommen werden dürfte. — A. Erste Classe d. i. Werke, welche billig in keiner lutherisch-theologischen Pfarrers-Bibliothek fehlen sollten. I. Fach: Werke über das ganze Bereich der theologischen Wissenschaften; dahin rechnen wir 1. Sammelwerke, unter welchen wir hier nur Luthers Werke nennen. Zur Anpreisung dieser Werke vor Lutheranern, ja gar vor lutherischen Predigern ein Wort zu verlieren, scheint thöricht zu sein. Von einer lutherisch-theologischen Bibliothek kann unseres Erachtens eben so wenig die Rede sein, wenn dieselbe Luthers Werke nicht enthält, so wenig das eine christliche Bibliothek zu nennen wäre, in welcher die Bibel fehlte. Ob der Prediger, dem es nicht darum zu thun ist, Luthers Werke zu eigen zu bekommen, ein Lutheraner von Herzen sein könne, wollen wir nicht entscheiden. Anstatt unseres eigenen Lobes der lutherischen Schriften erinnern wir hier nur an einige Aussprüche der gelehrtesten und gottseligsten Männer, die unsere Kirche aufzuweisen hat. So spricht Melanchthon: „Dr. Pomeranus ist ein Grammaticus, der die Worte des Textes durchforscht; ich bin ein Dialecticus und ziehe die Ordnung, den Zusammenhang, die einzelnen Glieder, die Schlußfolgerungen in Betracht; Dr. Jonas ist ein Redner und versteht die Dinge mit rednerischer Anmuth ins Licht zu setzen; Luther — ist Alles, mit ihm kann sich keiner von uns vergleichen.“*) So schreibt ferner der Würtenbergische Theolog Brentius: „Luther allein lebt in seinen Schriften, *) „D. Pomeranus est grammaticus, et textus verba perpendit; ego sum dialecticus, et ordinem, contextum, membra, consequentias considero; D. Jonas est rhetor, et potest oratorio lepore res illustrare: Lutherus est omnia, cui conferri nemo nostrum potest.“ (Nic. Selnecer. recit. de autorit. Lutheri et Phil. p. 323.)