# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S57 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. 57 Heiligen Geiste sind, geübte Sinne zu bekommen zur Unterscheidung des Guten und Bösen, des Wahren und Falschen, reich gemacht zu werden mehr oder minder an aller Lehre und in aller Erkenntniß, welche nicht auf Menschen zu sehen nöthig haben, sondern aus freiwilligem Geiste der Verkündigung evangelischer Prediger beifallen, weil sie die Stimme ihres Heilandes kennen, welche aus Sündennoth zur Gnade, aus Mangel zum Erbtheil, aus der Hölle in den Himmel erhebt, und die, wo sie noch ungewiß und irrend sind, sobald ein rechter Lehrer sie aus Gottes Wort überzeugt, nach und nach wahrhaftig es erkennen und davon nicht weichen, weil der Geist ihnen Zeugniß gibt, daß es Wahrheit sei. Wenn nun Wucherer S. 120 fgg. die Negative Höflings und Julius Müllers in ihrer ganzen Bedenklichkeit und Gefährlichkeit darstellt, so sind uns seine Worte aus der Seele gesprochen; sie treffen, Gott Lob, die unsrige d. i. die evangelisch-lutherische Lehre nicht; wie könnte das auch sein! Möchte doch der theure Mann mit uns auf einem Grund der Lehre sich erbauen! Möchte es dem weisesten und gnädigen Gott gefallen, den Streit recht bald zu einem guten Ende zu führen, die Brüche zu heilen, die in Seiner Kirche hierdurch entstanden sind, die Wunden zu verbinden, die dem geistlichen Leibe Jesu Christi geschlagen worden! Er bringe die Verführten auf den rechten Weg und die Irrenden zur Erkenntniß der reinen Lehre Seines heiligen Evangelii, Er steure und wehre allen denen, welche an Trennungen Belieben tragen und Seinem Reiche zuwider sind; Er segne die Bemühungen aller Seiner Knechte, die dahin gerichtet werden. Er besiege alle Hindernisse der Seligkeit bei Seinen Gläubigen und verwandele alles Nachtheilige in Förderung. Er erhalte uns in Seiner Wahrheit und heilige uns in derselben, daß wir Ihm würdiglich danken mögen, Amen. Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. Wenn wir unserem Versprechen, in gegenwärtiger Zeitschrift u. A. auch literar-historische Notizen zu Anlegung einer lutherisch-theologischen Pfarrers-Bibliothek zu geben, mit dieser Nummer nachzukommen anfangen, so hoffen wir damit einem wirklichen Bedürfniß zu entsprechen; nicht zwar für Gelehrte (zu denen wir ja selbst nicht gehören), aber doch für manche unserer lieben Herren Amtsbrüder, die weniger Gelegenheit hatten, sich die nöthige Bücherkenntniß zu verschaffen. Zwar gibt es eine bedeutende Anzahl von voluminösen und compendiösen Werken, welche den Zweck haben, mit der theologischen Literatur bekannt zu machen; allein entweder enthalten diese Werke nur ein Verzeichniß von Büchertiteln ohne specificirte Angabe des Inhalts oder doch ohne ein kritisches Urtheil über den Werth jedes angezeigten Buches; oder die bei der Kritik angewendeten Principien sind nicht die rechten; oder wenn auch dergleichen Literaturgeschichten, wie mehrere unserer älteren Theologen, alle diese an solche Werke zu machenden Anforderungen befriedigen, so sind sie doch