# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 54 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. führet, der Glaube aber das Erste ist, dem er sich offenbart und mittheilt: so kann ja nur mit dem Glauben das Amt, insoferne es von Menschen ausgerichtet wird, gesetzt sein. Und wenn die gläubige Kirche darum die Macht hat, dieses Amt als öffentlichen Dienst am Worte weiter in der Welt aus- und fortzuführen, wie sollte und dürfte sie dasselbe nicht übertragen, es sei denn daß sie das Amt selbst nicht hätte? Vgl. oben S. 18. 13 Anm.“ — Gott der Vater macht selig ursprünglich, als Quell alles Guten, durch die Hingabe Seines eingebornen Sohnes. Christus, der Gottmensch, macht selig als Mittler durch seine Erlösung. Der Heilige Geist macht selig durch die Zueignung, Predigt und Wirkung des Glaubens. Die Gnade macht selig als der von Ewigkeit beschlossene Rath des dreieinigen Gottes, sich des Sünders zu erbarmen. (Die Wahl macht selig, weil sie die Ursache ist, die da (nicht den Glauben, sondern unsere Seligkeit insofern) wirket, daß denen, welche Gott zuvor erkannt hat, (obschon der Glaube darum keine Naturnothwendigkeit ist, sondern aus dem durch die zuvorkommende Gnade sich für das gute Objekt seines bis dahin diesem abgeneigten Grundtriebes entschiedenen Willen des Herzens kommt,) Alles in diesem Leben zum Heile dienet, alle Dinge im Voraus so geordnet sind, daß sie zum Glauben wirklich gelangen und darin erhalten werden.) Das Wort, das Evangelium, macht selig als das Mittel und Offenbarung der Gnade; die Taufe und Abendmahl als Siegel und Bestätigungen des Worts; die Kirche als die Werkstätte, von wo aus der Heilige Geist durch Wort und Sakramente thätig ist; das Amt, und der es führt, als das Werkzeug des Worts und der Sakramente. Der Glaube als die Wirkung der dem Menschen sich mittheilenden Kraft des Worts. Die Werke als die eben solcher göttlichen Kraft entspringenden Früchte des Glaubens, welche dieselbe dafür erklären, beweisen und vor dem Subjekte und vor Andern vergewissern. Der Glaube ist nun aber dasjenige nächst Gott selbst, Seiner Gnade und Seinem Wort und dessen Zeichen, ohne welches die andern keineswegs bestehen und auch Gott mit Seiner Gnade, Wort und Sakramenten nicht selig machen will. — Darnach sind alle alten Lehrer zu beurtheilen, und nicht nach vorgefaßten Meinungen. So lange sie den Glauben als die alleinseligmachende Bedingung und die Summa, Wurzel, Keim, Inbegriff alles dessen, was aus dem Glauben fließt, nicht leugnen, sind es auch reine Lehrer. Es hat zwar jeder hier und da auch seine eigenthümliche Art des Schreibens und der Fassung, die jedoch niemals nach einer andern menschlichen Form, sondern nach dem heiligen Worte Gottes allein zu richten ist. Nur Irrlehrer konnten später solche Ausdrucksweisen für sich benutzen; darum sind aber diese noch nicht falsch, weil ja die Schrift selbst dem ärgsten Mißbrauch ausgesetzt ist. Wo der wahre Glaube ist, da ist auch die Kirche, sagt schon Chrysostomus (hom. 6 in St. Matth.); wo aber jener nicht ist, da ist auch diese nicht. Das traditionelle Bekenntniß eines jeden Gliedes dieser Kirche als fides, quae creditur, und sein formales Prinzip, das zuerst gegebene Wort, sollen sich innig einander durchdringen darin, daß ohne Glauben (fides, qua creditur) das