# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. 53 Hauptlehre von der Rechtfertigung aus Gnaden und Glauben durch Wucherers Ansichten beeinträchtigt? Ganz gewiß, so sie ja nicht biblisch sind. Symbole und die meisten, wie angesehensten Dogmatiker der lutherischen Kirche wissen auch Nichts davon, wie der Beweis zuversichtlichen Behauptungen Anderer gegenüber bereits durch treffliche und fleißige Sammlungen zu Tage liegt. Allerdings finden sich bei den Gegnern Speners und seiner Freunde die Keime romanisirender Ideen, die Theologen aber vor ihnen lehren einmüthig mit Luther, und werden nur mißverstanden, wenn man ihnen andere Meinung aufbürdet. In diesen Punkten war die Reaction der edlern Pietisten rein, wie sie denn überhaupt vom lutherischen Bekenntniß niemals abweichen wollten, aber unvermerkt durch ihre subjective Richtung den Standpunkt desselben einigermaßen verließen. Doch nimmer ist der Rationalismus aus ihnen geboren, sondern, wie die Geschichte zeigt, als nothwendige Folge aus dem geistlichen Tod und völligen Verfall der kirchlichen Orthodoxie zugleich durch Einwirkung von außen hervorgegangen; sie waren vielmehr noch ein Salz, das die Fäulniß eine Zeitlang kümmerlich aufhielt. — Es ist ist eine glückliche Inconsequenz bei jenen Lutheranern, daß sie mit den symbolischen Büchern in casu necessitatis den Laien Handlungen, die des Amtes sind, gestatten, (Wucherer S. 105,) wie bei den Römischen; relative legen sie ihnen aber keineswegs die Bedeutung und die Gültigkeit der durch Prediger verrichteten bei, s. Wucherer S. 118 fg.; was übrigens sich von selbst daraus versteht, daß sie in der Stelle der schmalk. Artik. bei Wucherer S. 106, Z. 1 ordinationem nicht als Einsetzung in’s Amt im weitern Sinne im Namen der Gemeinde nehmen, vgl. oben S. 16—19; der Schade sitzt auch nicht hier, sondern er steckt viel tiefer und ist darum desto schwieriger. Man streitet damit durchaus wider die Analogia fidei. Unter Bekennern des lautern Evangeliums ist es einstimmig principieller Satz, daß der Glaube an dasselbe die von Gott gewirkte einige Bedingung der Seligkeit von Seiten des Menschen sei. Denn unser Herr Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes und menschgewordene Versöhner, der Grund unsrer Seligkeit, ist ein Fels an sich; (und der Complex der Lehre von Ihm, Seinem Amte und Werke ist ein fundamentum dogmaticum s. doctrinale an sich, wie er selbst ein fundamentum reale s. substantiale ist;) erst dadurch, daß Er durch die Lehre und Predigt von Sich im Glauben Sich aneignen läßt, wird Er, der eine neue Mensch, in Seiner Selbstvermittelung mit dem gefallnen Adamskinde ein Fels für Andere; der Vater offenbart den Sohn im menschlichen Gemüthe durch den Geist des Glaubens, und aus dem Glauben wird die Kirche, welche nichts Anderes ist, als Gemeinschaft solcher, die Christum haben, wie schon im Paradiese unsere ersten Eltern durch das Protevangelium. Unmittelbar muß demnach die Kirche das Wort von Gott selbst empfangen haben durch den Glauben, weil der Glaube die einige Bedingung ist, Christi theilhaftig zu werden. Wenn nun die Kirche auf Christum soll gebaut seyn und fort und fort auf das Amt, das von Ihm das Bekenntniß