# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. stehet: Und auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen, da ist gewiß die Kirche nicht auf eines Menschen Ansehn, sondern auf das Amt des Bekenntnisses, das Petrus gethan hatte, gebaut, nämlich daß Jesus sei der Christ und Sohn Gottes; darum redet Er ihn auch an als einen Diener solches Amtes, und spricht: Auf diesen Felsen d. i. auf diese Predigt und Predigtamt.“ (Ist die Kirche nicht auf eines Menschen Ansehn und Gewalt, so muß sie auf göttliche Auktorität gegründet sein; dieselbe ruht aber allein im Wort, ohne welches der Geist des Zeugnisses nicht zu uns kommt; nun wirkt das Wort, das aus dem Munde Christi ursprünglich ohne Mittel gegangen ist, zunächst den Glauben; also muß mit demselben auch zugleich der Dienst am Wort gegeben sein, wie denn der Glaube das Bekenntniß wirket; nicht aber ist der erstere die Ursache des Glaubens. Auf Christum, wie Er Sich selbst zuerst gepredigt hat, also auf Sein Amt ist die Kirche gegründet; sie erbaut sich fort und fort auf demselben durch den Dienst solches Amtes. Dieß wird durch das Folgende bestätigt.) „Nun ist je das Predigtamt des N. T. an keinen gewissen Ort noch Person gebunden, wie der Leviten Dienst im Gesetz, sondern es ist durch die ganze Welt ausgestreuet, und ist da, wo Gott seine Gaben gibt, Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer ꝛc.“ (Wo diese Gaben Gottes sind, da soll das Amt durch die, welchen die Personen hierzu, was allein an ihnen in Betracht kommen darf, geschenkt sind, aufgerichtet werden; etwas Anders läßt sich auch nicht einmal denken.) „Und thut die Person“ (mit oder ohne der Papisten Weihe) „gar Nichts zu solchem Worte und Amt, von Christo befohlen, es predige und lehre es, wer da wolle; wo Herzen sind, die es glauben und sich daran halten, denen widerfährt, wie sie es hören und glauben. Auf diese Weise — — Beda. So sagt Chrysostomus: „„Auf diesen Felsen, nicht auf Petrum; denn nicht auf einen Menschen, sondern auf den Glauben Petri hat Er Seine Kirche gebaut; was war das aber für ein Glaube? Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Und Hilarius: „„Dem Petrus hat es der Vater geoffenbart, daß er sprach: Du bist der Sohn des lebendigen Gottes; auf diesem Felsen des Bekenntnisses also ist der Bau der Kirche; dieser Glaube ist der Grund der Kirche.“ — Dazu nehme man noch, was ed. Lat. R. p. 858 gelesen wird: „Denn wo auch nur die Kirche ist, da ist das jus administrandi evangelii;“ und wie diese und die darauf fg. Worte (auch von Wucherer theilweise angeführt S. 88 fg.) zu verstehen sein, lehrt der Schluß: Hierher gehören die Sprüche Christi, welche zeugen, daß die Schlüssel der ganzen Kirche, und nicht etlichen besondern Personen, (also auch nicht das jus ordinandi d. i. einzusetzen zunächst den Pastoren,) gegeben sind, wie — Text saget: Wo zwei oder drei in meinem Namen“ ꝛc. Auf Matth. 18, 20 haben also Luther und das Bekenntniß der lutherischen Kirche vor allen andern dictis die Lehre gegründet und daraus bekräftigt, daß das Amt den Gläubigen ursprünglich und unmittelbar verliehen worden