# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. wachsenden Gesetzgebung, wobei sie außer den geistlichen und politischen Beamten auch Privatpersonen aus dem sogenannten Laienstande in gebührender Ordnung Sitz und Stimme zuschreiben — vgl. Apg. 15, 22. 23.) „Und Christus spricht bei diesen Worten: Was ihr binden werdet ꝛc. ꝛc. und deutet, wem er die Schlüssel gegeben, nämlich der Kirche: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen ꝛc. Item Christus gibt das höchste und letzte Gericht der Kirche, da er spricht: Sag's der Kirche.*) Daraus“ (daß die ganze Kirche die Schlüsselgewalt *) Anm. Der Text zwingt Matth. 18 durch die „perspicuitas“ seines folgereichen Inhalts. Christus redet zu Seinen Jüngern als Jüngern. Er erwähnt ihre apostolische Gewalt gar nicht, (wie sie Apg. 5, 1—11. 1 Kor. 5, 5 ausgeübt wird;) wie könnte Er sie sonst V. 17 als Glieder der Gemeinde bloß betrachten? Sie gaben eben Aergerniß durch ihren Ehrgeiz und Zank unter einander, V. 1. vgl. K. 20, 20 fgg. Luk. 22, 24 fgg. Das führt den Herrn daraus, von der Zucht der Kirche zu handeln gegen Sünden, die einem Andern zum Fall gereichen mögen, dadurch der selbst, der sie begeht, verloren werden kann. Er gibt die Gewalt der Schlüssel den Jüngern, insofern sie Seine Jünger sind und also in ihnen und durch sie, wo sie seien, eine Gemeinde Christi wird auf Erden. Er sagt: Höret er die Gemeinde nicht, so sei er dir ein Heide und Zöllner; damit redet Er wiederum offenbar den Jünger als solchen und nicht als Apostel an, wie im Vorhergehenden; als letzterer hätte er auch sein Urtheil wenigstens nicht erst dem Spruch der Gemeinde unterzuordnen gehabt. Und darauf spricht Er in der Mehrzahl: Was ihr, meine Jünger, aus denen eine solche Gemeinde besteht, auf Erden ꝛc. Die zwei Gründe nun, warum das Alles, was die Kirche bindet und löset, nach der von Christo vorgeschriebenen Ordnung, vor Gott im Himmel ein solches Gewicht hat, daß Er es für ganz kräftig, gewiß und gültig erklärt, als sei es unmittelbar durch Ihn selbst geschehen, sind: 1. die Kraft des gläubigen Gebets, daß in geistlichen Dingen ohne Bedingung, nur durch 1 Joh. 5, 16 eingeschränkt, erhört wird, V. 19; 2. als Ursache solcher wunderbaren Kraft die Gnadengegenwart Christi selbst, wo nur zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind. Gälte V. 18 nicht von den Gläubigen, so könnte auch V. 19 nicht von ihnen gesagt sein; denn beide Verse stehn in Einem Zusammenhang. Der Herr spricht: Wo zwei unter euch Eins werden; das sind dieselben, wie V. 18, und zwar, wie uns vorher gezeigt wird, welche den gnädigen Willen des Vaters an sich erfahren, V. 14, Jesum als den Sohn Gottes erkannt und bekannt, und den Heiligen Geist empfangen haben, K. 16, 16. 17. vgl. Joh. 20, 22. Und sollten es nur zwei in einer Gemeinde sein, z. B. Ehegatten, die Eins werden und zusammenstimmen wegen irgend eines Dinges, das sie zu bitten haben, es wird ihnen widerfahren von dem himmlischen Vater, indem sie ihre vereinigte Glaubenskraft im Gebet zusammensetzen, besonders in Ansehung des Bindens und Lösens. Denn wo zwei oder drei redliche Beter, und so viele möchten doch auch bei einem magern Zustand der Gemeinde aufzutreiben sein, versammelt sind auf Seinen Namen, daselbst ist Er (mit Seiner ganzen Gnade und ebendamit auch der Vater und der Heilige Geist) in ihrem Mittel. Und Alles daher, was in einer solchen Gemeinde Gott noch an den Seelen thut, geschieht um des Flehens Seiner Kinder willen, die sich in derselben befinden. Was heißt denn überhaupt auf den Namen Jesu Christi sich versammeln und in demselben beten? Es heißt Etwas thun auf Sein Wort, auf Seinen Befehl, auf Seine Zusage und Verheißung, auf seine Fürsprache hin bei dem Vater; denn in Seinem allerheiligsten gnadenbringenden Namen ist das kündlich große Geheimniß der Herabkunft des Sohnes im Fleisch verfasset, wie in dem Namen Gottes überhaupt desselben verborgene Herrlichkeit gegen Seine hierzu fähigen Geschöpfe sich zu erkennen gibt, und er alle Worte und Werke Jehova's in sich begreift. Wo also nur zwei oder drei in jenem Namen Versammelte sind, da vereinigt sich in besonderer