# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1855_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. 41 wendet, sieh, was wir oben S. 4 bemerkten. Wie er die ganze Haltung des N. T., namentlich der neutestamentlichen Briefe als mit seiner Anschauung sich wohl vertragend rechtfertigt, S. 36—54, ist auch für uns brauchbar und nützlich zu lesen, obschon wir bei aller Annahme einer göttlichen Berechtigung der Hirten der gegnerischen Rechtfertigung nicht bedürfen, da wir die Schreiben weder in seinem, noch in des Andern Licht betrachten. Klemens Romanus (S. 54—60) als wider uns zeugend anzunehmen vermögen wir nicht, sowohl weil er ausdrücklich K. 44 die Mitbetheiligung der ganzen Ortskirche natürlich durch Beruf bei der Einsetzung der Bischöfe erwähnt, vgl. Cypriani ep. 33; als auch die Worte: kai metaxy ten epinomen dedokasin ꝛc. im Kontext nichts Anderes bedeuten können, als daß die Apostel, nachdem sie die erprobten Erstlinge in den Gemeinden zu ihren Nachfolgern nach Brauch der Kirche Gottes geordnet hatten, die Bestimmung trafen, (d. h. den Gläubigen die An-, die Unterweisung gaben,) daß nach dem Tod derselben andere bewährte Männer ihren Dienst fortzusetzen hätten. Damit stimmt das Folgende ganz unverkennbar, und die Vermittlung der Gemeinde ist so wenig ausgeschlossen, als Apg. 14, 23. Titus 1, 5. ꝛc. ꝛc. (epinome = Zutheilung, Ueberweisung, Verordnung, wie es bereits auch in ältern (lutherischen) Uebersetzungen ist interpretirt worden.) Daß 1 Petr. 2, 5. 9. (Wucherer S. 60—62) dem heiligen Volk des N. T., was dieses Amtes der Verkündigung Christi Wesen ausmacht, wahre, geht aus den Worten selbst hervor. Darum daß sie berufen worden waren aus der Finsterniß zu Seinem wunderbaren Lichte, sollten sie auch nun die Tugenden dieses Heilandes, nach welchen Er das Werk der Erlösung vollbrachte, Andern zur Seligkeit anpreisen. Hierzu vergleiche man K. 4, 10. 11, wo Priesterthum und Amt als ursprünglich unterschiedslos zusammenfallen. Nicht war ja der Dienst des aaronitischen Geschlechts ein Vorbild auch des neutestamentlichen Bisthums, worauf man wohl leicht sich führen lassen möchte, sondern vielmehr nur der Priesterwürde Christi und in Ihm aller der Seinen, von welcher eben deßwegen auch bereits die von dem Herrn geheiligten Anfänge und Keime, ins A. T. hineinreichen, 2 Mos. 19, 5. 6.; und eben darin besteht der große Unterschied des mitten unter uns getretenen Messiasreichs vor seiner Wurzel und Vorbereitung, daß in demselben nicht mehr, wie früher, die unmittelbare cäremonialgesetzliche Fortpflanzung eines besonderen Amtes durch seine Träger, sondern die evangelisch=freie Entfaltung desselben aus dem Schoß der priesterlichen Gemeinde Statt hat, während in der Ewigkeit auch die zeitliche Form seiner Erscheinung in Lehrern und Hörern verschwindet. Der Stufengang der göttlichen Heilsentwicklung bestätigt das Alles offenbar.*) *) Anm. Wie verhält sich denn heiliges Predigtamt und Priesterthum zu einander? Das erstere, im Presbyterat ausgehend, ist eine Form der Erscheinung des letztern. Christus hat als höchster Prophet den Rath Gottes von unsrer Seligkeit aus dem Schoß des Vaters selbst heraus mit Seinem gottmenschlichen Mund verkündigt; Er hat ihn in's Werk gesetzt und hinausgeführt als Priester kat exochen; Er schaffet als Herr und König über Alles.