# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das neueste papistische Concil ꝛc. 29 die so sehr gerühmte Glaubenseinigkeit innerhalb der römischen Kirche bestellt sei, so ist es gewiß die Geschichte der Lehre von der unbefleckten Empfängniß der heil. Maria. Schon diese Geschichte allein macht es sonnenklar, daß Rom Babel sei. 2. Gibt es ferner eine Lehrgeschichte, welche die Behauptung, daß der Pabst infallibel und dazu nöthig sei, damit die Kirche in allen auftauchenden Streitigkeiten ein entscheidendes Tribunal habe, zur Lächerlichkeit macht, so ist es ohne Zweifel jene Lehrgeschichte. Nicht nur wagten es die Päbste aus Politik Jahrhunderte lang nicht, einen Ausspruch in der Sache zu thun, oder erklärten Wahrheit und Irrthum für unverwerflich, sondern, wenn sie endlich nothgedrungen etwas bestimmten, widersprachen sie sich auch hierbei selbst immer auf die kläglichste Weise. 3. Die Tradition, welche in der römischen Kirche mit gleicher Ehrfurcht betrachtet und angenommen werden soll, wie die von dem heil. Geiste eingegebene heil. Schrift, ist, wie aus obiger Geschichte erhellt, nichts als ein leerer Name, dazu ersonnen, um jeden beliebigen neuen Irrthum canonisiren zu können. 4. Wie die wahre Kirche, wenn in ihr ein Irrthum sein Haupt erheben will, denselben immer, wie ein lebendiger gesunder Leib einen Splitter, ausstößt, so gehört es hingegen, was die römische Kirche betrifft, zu den Gesetzen ihrer Natur, daß sie, wo sich noch in ihr eine Wahrheit regt, eine jede nach und nach ausstößt, um endlich am jüngsten Tage eine durch und durch verwesende Leiche zu sein. 5. Jahrhunderte hindurch in der römischen Kirche mit Maria getriebene Abgötterei mußte diese Kirche endlich zu Begünstigung der Lehre führen, daß Maria ein sündloses Wesen sei; wird dieser Satz endlich als von der Kirche entschieden und bejaht proklamirt sein, so wird das für die römische Kirche von unberechenbar großen und schrecklichen Folgen sein. Der schon so weit gediehene Marien=Götzendienst wird allen Dienst Gottes und Christi in dieser Kirche in den Hintergrund stellen, verdrängen und verschlingen; das arme in den Banden des Pabstthums gefangene Volk wird von Christo immer mehr abgewendet werden und das päbstliche Antichristenthum sich der Christenheit in seiner Nacktheit mit allen seinen Greueln und Scheueln darstellen; nichts desto weniger aber, laut der Weissagungen der Schrift, durch die ihm dienenden Kräfte der Unterwelt Viele, die nicht aus Gott sind, in seinen Zauberkreis ziehen. Erhalt uns, HErr, bei Deinem Wort Und steu'r des Papst's und Türken Mord, Die JEsum Christum, Deinen Sohn, Stürzen wollen von Deinem Thron. Beweis' Dein Macht, HErr JEsu Christ, Der Du ein Herr all'r Herren bist, Beschirm Dein' arme Christenheit, Daß sie Dich lob' in Ewigkeit.