# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das neueste papistische Concil ꝛc. 21 Empfängniß ohne Heiligkeit vorausgieng, die Empfangene geheiligt werden, daß nun eine heilige Geburt erfolgte? Oder borgte etwa die frühere (Empfängniß) von der späteren (Geburt) die Heiligkeit? Wohl konnte jene Heiligkeit, wenn sie schon bei der Empfängniß geschah, auf die nachfolgende Geburt übergehen, rückwärts aber gehen zu der vorausgegangenen Empfängniß konnte sie durchaus nicht. Woher also die Heiligkeit der Empfängniß ? Oder will man sagen, daß ihr die Heiligung vorausgegangen ist, vermöge welcher sie schon heilig empfangen wurde, und daß dadurch auch die Empfängniß heilig gewesen sei, wie sie schon im Mutterleib geheiligt heißt, so daß eine heilige Geburt erfolgte? Aber sie konnte nicht eher heilig sein, als sein. Sie war aber ja nicht, ehe sie empfangen wurde. . . . Oder hatte der heil. Geist Gemeinschaft mit der Sünde (der Eltern)? oder doch wie war da die Sünde nicht, wo doch die Sündenlust nicht fehlte? Es müßte denn jemand sagen, daß sie von dem heiligen Geiste und nicht von einem Manne empfangen worden sei. Aber das ist etwas bisher Unerhörtes. Endlich lese ich (in der heiligen Schrift), daß der heil. Geist in sie, nicht, daß er mit ihr gekommen sei, indem der Engel sagt: „Der heil. Geist wird über dich kommen.“ Und wenn es erlaubt ist, zu sagen, was die Kirche glaubt (und sie glaubt das Wahre), so sage ich, daß die Glorreiche vom heil. Geist empfangen habe, nicht aber auch empfangen worden sei; ich sage, daß die Jungfrau geboren habe, nicht aber auch von einer Jungfrau geboren worden sei. Wo wird sonst der Vorzug der Mutter des HErrn sein, nach welchem man glaubt, daß sie sowohl über das Geschenk des Geborenen, als auch über die Unbeflecktheit des Fleisches frohlockt, wenn man auch ihrer Mutter gleich Großes gibt? Das heißt nicht die Jungfrau ehren, sondern ihre Ehre schmälern . Es bleibt übrig, daß man glaube, sie habe nach der Empfängniß im Mutterleibe schon existirend die Heiligung erlangt, welche die Geburt die Sünde ausgeschlossen heilig gemacht habe, nicht aber auch die Empfängniß. Darum obgleich es einigen oder wenigen Menschenkindern gegeben worden ist, mit Heiligkeit geboren zu werden, so doch nicht das, auch (so) empfangen zu werden, damit eben dem Einen der Vorzug einer heiligen Empfängniß vorbehalten sei, welcher alle heiligen und, allein ohne Sünde kommend, die Reinigung der Sünden machte. Der HErr JEsus ist daher allein vom heiligen Geist empfangen, weil er allein vor der Empfängniß heilig war. Diesen ausgenommen, betraf sonst alle aus Adam Geborene, was Einer demüthig und wahrheitsgemäß von sich bekennt, indem er spricht: In Sünden bin ich gezeugt und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. (Ps. 51, 7.) Wie darf nun eine Empfängniß entweder für heilig erklärt werden, die nicht aus dem heil. Geiste, daß ich nicht sage, die aus der Sünde ist, oder festlich gefeiert werden, die durchaus nicht heilig ist? Gern wird die Glorreiche diese Ehre missen, wodurch entweder die Sünde geehrt oder eine falsche Heiligkeit eingeführt zu werden scheint.“ (Ep. 174. Opp. Paris. f. 1567—69.) Soweit sehen wir also freilich fast alle Scholastiker gehen, daß sie der Jungfrau Maria