# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das neueste papistische Concil ꝛc. 19 cenus (gest. 760): „Der heilige Geist kam über sie (Maria), sie reinigend.“ (Lib. 3. orth. fid. c. 2.) Und also lautet es in dem biblischen Commentar des Theophylactus (gest. um 1078.): „Die Mutter (Maria), vielleicht durch eitle Ehre dazu bewogen, kommt, um ihn [Christum] von dem Lehren an sich zu ziehen und dem Volke zu zeigen, daß sie ihn, der durch so große Wunderwerke berühmt war, regiere. Der HErr antwortete daher, daß es seiner Mutter nichts nützen werde, seine Mutter zu sein, wenn sie nicht auch andere Tugenden besäße.“ (In Marc. 3, 31—35.) Derselbe: „Sie (Maria) ermahnt ihn (Christum), daß er ein großes Wunder thue, in der Meinung stehend, daß sie um der Empfängniß und um der Geburt willen Macht über ihn habe. Aber Er schilt sie nicht ohne Grund, denn Er sagt: wenn kein Wein da ist, so müssen mich diejenigen darum angehen und bitten, denen es daran fehlt, nicht die Mutter.“ (In Joh. 2, 3. 4.) Welch ein gewaltiges Zeugniß gegen Heiligenanrufung! Daß Maria ohne Sünde empfangen worden sei, wurde in der römischen Kirche entschieden erst um 1140 von einigen Canonikern zu Lyon behauptet und von dieser Zeit an, zuerst in jener Stadt und dann auch an anderen Orten, jene Erdichtung durch ein besonderes Fest, das Festum immaculatae conceptionis, das Fest der unbefleckten Empfängniß, gefeiert. Indeß wurde das Fest nicht sobald allgemein. Der parisische Theolog Joannes Beleth (um das Jahr 1162) schreibt in seiner divinorum officiorum explicatio: „Bisweilen haben einige das Fest der Empfängniß gefeiert und feiern es vielleicht auch noch; aber ein authentisches und approbirtes ist es nicht, ja es scheint, es sollte vielmehr verboten werden. Denn sie ist in Sünden empfangen.“ (c. 146.) Ebenso berichtet und urtheilt noch Durandus (gest. 1296.) in seinem Rationale divin. offic. lib. 7. c. 7. Was die Scholastiker betrifft, so zeugen die angesehensten unter ihnen dagegen. So schreibt Anselmus (gest. 1109.): „Die Jungfrau selbst, aus welcher Christus seine (menschliche) Natur annahm, ist in Sünden empfangen, und in Sünden empfieng sie ihre Mutter, und mit der Erbsünde ist sie geboren, weil auch sie selbst in Adam gesündigt hat, in welchem Alle gesündigt haben. Nachdem es bekannt geworden ist, daß jener Mensch Gott und der Versöhner der Menschen sei, so ist kein Zweifel, daß Er durchaus ohne Sünde sei; dieß kann aber nicht sein, wenn Er nicht ohne Sünde aus der sündhaften Masse seine Natur angenommen hat. Wenn wir nicht einsehen können, auf welche Weise die Weisheit Gottes dieß gethan hat, so dürfen wir uns nicht wundern, sondern müssen mit Anbetung zulassen, daß in den Geheimnissen einer so großen Sache etwas sei, was wir nicht wissen.“ (Cur Deus homo? Lib. II. c. 16.) Noch ausführlicher sprechen sich jedoch die bedeutendsten Scholastiker gerade nach jener Einführung des Festes der unbefleckten Empfängniß gegen