# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Das neueste papistische Concil ꝛc. nehmlich von Sünden der Schwachheit und Uebereilung, frei gewesen sei. (Vergl. Luc. 2, 43. Joh. 2, 3. 4. Marc. 3, 31 — 35.) 5. Daß Maria eines Heilandes und Versöhners bedürftig gewesen sei (Luc. 1, 47.). 6. Daß Maria in Ansehung ihres Glaubens seliggepriesen worden sei (Luc. 1, 45.). 7. Daß sie gestorben sei und also auch den Sold der Sünde einigermaßen habe erfahren müssen (Röm. 6, 23.). Dieß ist aber nicht nur in den allerersten Jahrhunderten der christlichen Kirche innerhalb derselben, der heiligen Schrift gemäß, gelehrt und bekannt worden, sondern auch später, ja mitten in der päbstlichen Kirche von ihren berühmtesten und bei den Papisten selbst vor allen anderen angesehensten Lehrern, bis auf diesen Tag; und diejenigen, welche hernach innerhalb der römischen Kirche dieser Lehre widersprochen haben, sind unter sich bis diese Stunde nie einig gewesen; der eine hat dieß, der andere das über die Beschaffenheit der angeblichen Sündlosigkeit der heiligen Jungfrau erdichtet; zwischen den beiden Partheien aber, die in der päbstlichen Kirche diese Sündlosigkeit eines Theils leugneten und andern Theils behaupteten, hat ein so gräulicher bitterer Hader stattgefunden, daß der Pabst, wenn er die Sache hätte früher entscheiden wollen, damit den ganzen Bestand seiner Kirche auf das Spiel gesetzt haben würde. Erstlich wollen wir nun einige Zeugnisse der Kirchenväter aus der Zeit nach dem dritten Jahrhundert und vor der eigentlichen Etablirung des Pabstthums über den betreffenden Punkt mittheilen. So schreibt Augustinus: „Man muß durchaus festhalten und nicht im mindesten daran zweifeln, daß jeder Mensch, der durch Mann und Weib empfangen wird, mit der Erbsünde geboren werde, der Sündigkeit dahingegeben und dem Tode unterworfen sei und daher als ein Kind des Zornes von Natur geboren werde. (De fide ad Petrum c. 23.) Derselbe: „Obgleich Christus seinen Leib aus dem Fleische eines Weibes angenommen hat, die durch jene Fortpflanzung des Fleisches empfangen worden war, jedoch, weil derselbe (der Leib Christi) nicht so in ihr empfangen worden ist, wie jene empfangen worden war, so war es (der Leib Christi) auch nicht ein sündliches Fleisch, sondern die Gestalt des sündlichen Fleisches.“ (Lib. 10. de Genes. ad lit. c. 18.) Derselbe: „Ein jeder welcher glaubt, daß es in diesem Leben Einen Menschen oder einige Menschen gebe oder gegeben habe, allein den Mittler zwischen Gott und den Menschen ausgenommen, welchem die Vergebung der Sünden nicht nothwendig gewesen wäre, der ist der Schrift entgegen, welche sagt: Durch Einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen.“ (Lib. de perfect. justit.) Derselbe: „Daß Simeon hinzusetzt und spricht: Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden‘ (Luc. 2, 35), das hat allerdings angezeigt, daß auch Maria durch die das Geheimniß der Menschwerdung des Heilandes getragen worden ist,