# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. gelten muß; das, was das Wesen des Amtes ausmacht, K. 4, 6., wovon weitaus abgewichen sind Alle, welche es nicht als eine Gabe Christi für den Glauben ansehn wollen, die Uebung der Liebe Jesu in Knechtsgestalt an dem Nächsten mit dem erfahrnen Evangelio des Lebens und des Heils, ist als ein Schatz in das irdene Gefäß eines jeden Gläubigen gelegt; der Geruch des kostbaren Salböls ist eingewickelt in diese Hülle und verbreitet sich von da in schwächerer oder stärkerer Strömung; dieweil sie Alle denselbigen Geist des Glaubens haben, so reden sie auch; nur daß der mit dem Worte der Versöhnung beschäftigte und ursprünglich in dieselben gelegte Dienst in den besonderen Geschäftsträgern und göttlichen Gesandten Christi, den Aposteln, Hirten, Lehrern ꝛc., gleichsam als der Brennpunkt sich erweist, in welchem die von ihrer Sonne ausgegangenen Strahlen zusammenlaufen, als der Mund, durch welchen das Haupt Sein Wort an die übrigen Glieder richtet. Darum eignet diesem mit Recht die vorwaltende Würde und das Ansehn, Botschafter zu sein in Christi Namen, in Christi Namen zu bitten: Lasset euch versöhnen mit Gott. Im Wort des Evangelii ist das Testament der Gnade und Erbschaft Jesu Christi uns hinterlassen worden, und dieses Wort hat der Heilige Geist in der Apostel Herzen gedrückt durch den Glauben. Ohne denselben kann es nicht auf Erden sich und seine seligmachende Kraft mittheilend gedacht werden. Christus gibt also Sich und Seine Verheißungen nur dem Glauben. Dieser ist thätig durch den göttlichen Beruf der Liebe, auch Andere der Segnungen der wieder erlangten seligen Gemeinschaft Gottes zu Seinem Lobe theilhaftig zu machen. Doch um den Stand der irdischen Verhältnisse, darein uns Gott durch Geburt, Erziehung, Eltern, Staat und andere dergleichen Fügungen Seiner allmächtigen Hand gesetzt hat, zu verändern, zu verlassen oder zu erfüllen um des Dienstes am Evangelio und seiner Verkündigung willen, und den letzteren als Lebensberuf zu führen, gehört Aussonderung durch die Wahl, sei sie unmittelbar vom Herrn oder vermittelst Seiner Gemeinde, welche die Inhaberin und ursprüngliche Trägerin jenes Amtes als des Mittelpunktes ihres Organismus ist, den die lebendige Einheit und Freiheit in dem Heiligen Geiste durch das gemeinsame Band des Ineinanderwirkens, ein jegliches Glied in der ihm von Gott geordneten Mittheilung, bethätigt. Und, daß ich dieses noch hinzufüge, der durch das Wort und den Glauben geschafsene und erbaute geistliche Leib Jesu Christi ist in anderer Beziehung die Seele der in die Erscheinung tretenden leiblichen, äußerlichen Christenheit, die in dem Maße erstirbt, als jene aus ihr verschwindet, nach der Analogie des bloßen Bekenntnißglaubens, der ohne die Seele, durch welche er sich lebendig und wirksam erzeigt, als wahrer, vollkommener Glaube, nämlich die Liebe, todt ist an ihm selber, Jak. 2, 17. 20. 22. 26. Gal. 5, 6. 1 Kor. 13, 1 fgg.; daher, obschon die Gaben Christi Niemandem, denn Seiner heiligen Kirche gegeben werden, dennoch die Personen, in deren Amtsdienst, der Gabe vom Herrn, sich die Kirche als in ihrer Spitze münden sollte, wohl falsche Christen