# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. 11 Nun sprechen die Apostel im Namen der Uebrigen, deren Geistesaugen keine Decke die leuchtenden Strahlen aus der Offenbarung Gottes im Fleisch verhüllt , eine Allen gleiche Erfahrung aus, daß sie, anders als Moses, mit einem auch gegen den Nächsten aufgedeckten Angesichte die göttliche Majestät des Menschgewordenen, die Apostel auch leiblich, als in einem Spiegel sehen, welcher den Glanz dieses gebenedeiten Angesichts, in dem der Vater in genauester Gleichheit sich darstellt, in ihre Herzen und von da auf Andere zurückfallen läßt, dadurch sie also nicht bloß selbst, sondern Viele mit ihnen zu einem und demselben Bild des Allerheiligsten verwandelt werden; von Moses verpflanzte sich der Schein, den er an sich im Umgang mit Gott aufnahm, nicht weiterhin, von denen aber, welche das geistliche Licht des N. T. erschauet und empfangen haben, strahlt die Erkenntniß der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi vielfältig wieder, daß die Klarheit des Eingebornen Wohnung macht bei Allen, in deren Herzen Ihn der Geist des Zeugnisses verklärt, K. 3. fg. Das ist das Amt, das an sich ewig ist und bleibet, V. 11, es ist der Geist, der da lebendig macht, V. 6. 8. vergl. 1 Joh. 5, 6. Konkordienform . S. 1102, die Predigt der Gerechtigkeit, des Lebens, der ewigen Freiheit; denn auch im himmlischen Jerusalem verbindet sich mit dem Dank und Preis, mit dem einen Hallelujah der triumphirenden Vollendeten die Verkündigung der Thaten Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, der das Seufzen und Sehnen Seiner Kinder sammt dem ängstlichen Harren der Kreatur in herrliche Loblieder verwandelt hat. Hier aber, auf Erden, da wir noch nicht im Vaterlande, sondern in der Fremde sind, ist zwar ebenfalls das Amt, das von dieser Seligkeit Nachricht gibt, Allen ein gemeinsames Gut; es soll aber nach göttlicher Ordnung innerhalb der Gemeinschaften zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, Erziehung, Tröstung der einzelnen Glieder von denen verwaltet werden, welche der Herr dazu begabt und durch die Gemeinde beruft, und die Uebrigen sollen diesen zur gesegneten Ausrichtung ihres köstlichen, doch bürdevollen Werkes nach Kräften behülflich sein. *) Im ganzen 4. und 5. Kapitel des 2. Briefes an die Korinther gebraucht sich darum der Apostel durchgängig einer Redeweise, **) daß, was er sagt, beziehungsweise von jedem Kinde Gottes *) Anm. Auch des Gesetzes Amt, sofern es bleibend, ist im N. T. zu führen, nicht allein daß es ein Zuchtmeister auf Christum sei, sondern als dem inwendigen Menschen zur Lust geworden, was eben neutestamentlich ist und ewig —, gleichwie im A. B. schon bei den Vätern das Amt des Evangeliums zugleich mit war. Was gilt nun hier, wie dort für eine Sukzession? Und ist von Anfang selbst das Priesterthum der Typen nicht innerhalb der heiligen Familien stets gewesen, nämlich insofern geistliches, wie weltliches Regiment ursprünglich in dem status oeconomicus wurzelte (1 Mos. 25, 31. 49, 3.)? **) Anm. Der Herr selbst, da Er noch im Fleische wandelte und Seine Jünger bei Ihm die theologischen Disciplinen hörten. Vergl. insonderheit Lukas 19, 12 fgg. und Vieles in den vorhergehenden Kapiteln. Matth. 24, 45. fgg. 25, 21. ꝛc. Es ist gar keine Frage, die frommen Herzen auch der demüthigsten Jünger Christi haben zu aller Zeit in heiliger Betrachtung solche Worte zugleich auf sich mit angewendet und gedeutet; es ist das allgemeine Bewußtsein von Anfang an in der Kirche Gottes über der Gläubigen geistliches Priesterthum.