# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. durch Taufen auf den Namen ꝛc., durch Lehren sie halten Alles, was ich euch befohlen habe ꝛc. Aus der Verheißung nun, welche er hinzusetzt: Und siehe, ich bin mit euch ꝛc., leuchtet ein, daß, wenn anders sie der Kirche im Ganzen gelten soll, wie kein gewissenhafter Ausleger nach Vergleichung mit K. 18, 20. Offenb. St. Joh. 1, 13. 20 leugnen wird, auch das vorhergehende Gebot auf die letztere mit zu beziehen ist, wie es gar nicht anders sein kann, da Alles, was Gott fordert, in dem allgemeinen Gesetze schon enthalten ist, nur daß jedes Mal die besondern Arten des Berufs, die in dem ewigen Willen Gottes als der Einheit des Gesetzes und Evangeliums sind gegründet, auch eine Modifikation bedingen. (Vgl. Mark. 10, 21. Luk. 12, 33. Matth. 10, 5 fgg. u. a. m.) Der nächste Sinn des Mandats wäre unzweifelhaft dieser: Ihr, die ihr Zeugen meines Lebens im Fleische, meines Lehrens, Wohlthuns, Leidens, Todes und Auferstehung gewesen seid (Luc. 24, 46. 48. Apg. 1, 21. 22.), sollt vorerwählt sein (Apg. 10, 41.), die Kunde meiner heilwärtigen Erscheinung von Amtswegen überall hinzubringen (Apg. 1, 8.), zu taufen und zu lehren ꝛc. Ginge es jedoch die Apostel allein an — (es waren ja aller Wahrscheinlichkeit nach nicht etwa bloß die elf Jünger, sondern mehr denn fünfhundert Brüder auf einmal an dieser Stätte in Galiläa versammelt, 1 Kor. 15, 6 —), so dürfte in der Kirche Niemand taufen (vgl. dagegen 1 Kor. 1, 17) ꝛc., als sie und ihre ganz desselben Amtes erweisliche Mitgenossen. Jesus will aber, daß sie die Völker lehren sollen Alles zu halten, was Er ihnen befohlen hat, also auch zu taufen, zu predigen u. a. m. Mit unsrer Stelle ist also der fortgehende Missionsberuf der Kirche Jesu Christi gesetzt, ebenso wie das bleibende Predigtamt in ihr, denn der allgemeine Befehl involvirt die speziellen, je nachdem Gott und Sein Geist die Werke in der Kirche ordnet, und der erstere ist an Alle, die da Christi geworden sind, gerichtet, an jeglichem Orte, wohin sie Gott durch Seine innerliche, wie äußere Regierung wird stellen, dafür aus Kräften ernstliche Sorge zu tragen und, wo es Noth thut, selbst mit Hand anzulegen, daß Sein Heil und Evangelium allenthalben, sei es durch den priesterlichen Beruf der Liebe, (vgl. Apg. 8, 1. 4. 11, 19 — 21. 18, 24 — 28,) oder wo sich bereits Versammlungen Getaufter finden, durch die nachmals dazu geordneten Kirchendiener, wenn anders sie die Lehre nicht verfälschen , Apg. 20, 17. 30, auch öffentlich verkündigt werde. Wir lesen 2 Kor. 3 eine Vergleichung des neutestamentlichen Predigtamtes mit dem Dienste Mosis, des Gesetzes, insofern es auf Christum vorbereiten sollte, das nicht, wie die Verheißung des Evangelii durch die Herablassung des Sohnes selbst unmittelbar den Menschen frei geschenket, sondern mittelbar von den Engeln durch die Hand eines Dieners ist gestellt worden, Gal. 3. Schon dieß begründet einen wesentlichen Unterschied, gleichwie das Priesterthum , in beiden Testamenten. Darum nicht bloß die Apostel, sondern alle Gläubigen, ohne Eines ferner zu bedürfen, der an ihrer Statt mit Gott handele , hinschauen können auf die Klarheit des Evangeliums von Christo als dem Ziel und Ende des aufhörenden A. B. (vergl. 5 Mos. 5, 22 fgg. 18, 15. fgg.)