# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. 9 der Schlüssel bindet, ist man genöthigt dann auch das Vorhergehende, den Heiligen Geist, als besondere Amtsgnadengabe, die selbst bei innerlichem Unglauben vorhanden sein und von der gewöhnlichen Christenbeilage unterschieden werden müsse, (s. Mehreres darüber weiter unten,) damit zu verknüpfen — eine Lehre, die das lutherische Bekenntniß als dem Papstthum angehörig perhorreszirt, weil ohne Glauben es unmöglich ist Gott zu gefallen. Man vergleiche übrigens, wie Christus schon vor Seinem Tode die Versammelten in Seinem Namen, die als Gläubige des Heiligen Geistes Tempel sind, zu Inhabern Seiner Schlüssel, deren Verwaltung leider auch durch Geistlose möglich, hat eingesetzt, Matth. 18, 15 — 20. (Wir kommen auf diese Stelle ausführlich später.) So hat denn, um mit dem sieghaften Luther zu reden, der Glaube Alles bei sich, was auf den Glauben folgt, Schlüssel, Sakrament, Gewalt und alles Andere; und einen Stand zu machen, der besser und höher sei, denn jener, das ist verkehrt Ding und Christus verleugnet und verflucht. („Erörterungen gegen Dr. Eck von der Gewalt des Papstes“ 1519; Auslegung des 117. Ps. §30.) Und seine Erklärung von Joh. 20, 21 fgg. in der Kirchenpostille Predd. auf Dom. Quasimodogen. hat bisjetzt noch Freund und Feind nicht umgestoßen. *) Haben wir nun aus den Worten Christi in St. Johannis Evang. ein so starkes Argument gewonnen, so wird uns Mark. 16, 15 fgg. mit Luk. 24, 46. 47. nicht widersprechen. Der letztere drückt ganz allgemein sich aus: predigen lassen, gepredigt werden in Seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden ꝛc.; der erstere berichtet, daß Jesus der Herr Seine Verheißung V. 17 fg., welcher ein in der Jünger Sendung durch Christum überhaupt schon enthaltener , hier der spezialisirter Befehl, zu predigen in aller Welt, zwar vorangegangen ist, doch nur dem Glauben, nicht dem Aposteldienst ausschließlich als solchem, vielmehr den Elfen als Repräsentanten der Gläubigen auf Erden, die allesammt schon durch die Wirkung des Gebets eine verborgene Wunderkraft in sich haben, welche theils wegen der Schwachheit jener, theils wegen Unwürdigkeit der Welt sich heutzutage nicht mehr, wie früher, äußert, zugeeignet habe. Matth. 28, 18 fgg. belehrt uns etwas genauer. Hier sagt der Herr: Mir ist ꝛc.; gehet in Kraft meiner Herrschaft über die Welt, da ich will, daß mein Gnadenreich auf der ganzen Erde ausgebreitet werde, und machet zu Jüngern, wie ihr seid, alle Völker, wer aus denselben euer Wort annehmen wird, *) Anm. Noch eins. Durch den Glauben werden wir die Herren aller Dinge, durch die Liebe Jedermanns Knecht. Die Gewalt zu predigen und zu absolviren ist ein Amt des Dienstes, sei es nach dem priesterlichen oder nach dem Sonderberuf, ja der höchste Dienst, den ich meinem Nächsten erweisen kann, und unselig und verflucht ist das Leben, das ihn nicht kennt noch übt; der Glaube aber an das Evangelium und seine Absolution schenkt mir die königliche Gewalt, den Himmel, die Macht über die Welt und die Hölle, und ist der Quellpunkt , wie aller Liebe, so alles Dienstes. Welche Gewalt steht nun höher, des, der da gläubet, oder des, der da redet? Vgl. Luther Kirchenpostille a. a. O.